22.05.2018 /
Myanmar
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Myanmar: Tausende von Christen aus ihren Häusern vertrieben

Rund 7000 Menschen sind in Kachin, im Norden von Myanmar, aus ihren Häusern vertrieben worden. Sie brachten sich aufgrund des Kampfes zwischen der Armee und einer Rebellengruppe in Sicherheit. Die Kachin, eine ethnische Gruppe mit christlicher Mehrheit, stehen seit langem unter grossem Druck.

 

Vor einem Jahr wurde in der Presse über die Krise der Rohingya in Myanmar berichtet. Diesmal sind es die Kachin, die fliehen müssen. Wird die Krise das gleiche internationale Echo haben? Diese überwiegend christliche Volksgruppe wird seit vielen Jahren in Myanmar verfolgt.

Etwa 7000 Kachin mussten seit April 2018 ihre Häuser verlassen. Sie sind bedroht worden und ihre Häuser wurden von Regierungssoldaten niedergebrannt. Am Mittwoch, 9. Mai, wurden mehr als 400 Flüchtlinge gezwungen, in die Landeshauptstadt von Kachin (dieser Staat Myanmars ist ungefähr so gross wie Österreich), nach Myitkyina zurückzukehren und sich den dort lebenden 4000 Flüchtlingen anzuschliessen.

Am 12. Mai wurde eine baptistische Missionsschule in Kachin von der burmesischen Armee angegriffen. Lokale Kirchen tun ihr Bestes, um den Vertriebenen zu helfen. Diese gingen lange Strecken ohne Nahrung und Wasser durch die Wälder. Aber mit der Beschränkung durch die Armee wird die internationale Hilfe blockiert und die Preise für bestimmte Produkte können auf ihr fünffaches steigen.

In Myanmar werden christliche Minderheiten (Kachin und Karen) sowohl von der Regierung als auch von anderen ethnischen Gruppen verfolgt. Beispielsweise sind Christen der ethnischen Gruppe der Rohingya (überwiegend Muslime) aufgrund ihres Glaubens häufig diskriminiert.