26.11.2018 /
Niger
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Niger: Noch keine Nachricht vom 2016 entführten Missionar

Es ist zwei Jahre her, dass Jeff Woodke, ein amerikanischer Missionar, entführt wurde. Bekannt und geschätzt für sein Engagement für den Niger und sein Engagement für die nomadische Bevölkerung, war er ein humanitärer Arbeiter.

Vor etwas mehr als zwei Jahren wurde der 57-jährige Amerikaner Christian Jeff Woodke am Freitagabend, den 14. Oktober 2016, in seinem Haus in Abalak im Norden von Niger von Fremden entführt. Seitdem haben seine Angehörigen nichts mehr von ihm gehört.

Die Entführer, die zur extremistischen islamischen Gruppe MUJAO («Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika») gehören sollen, töteten damals zwei Sicherheitsbeamte.

Botschaft der Hoffnung seiner Frau

Jeffs Frau Els Woodke, hatte letztes Jahr einen herzergreifenden Appell an seine Entführer gerichtet. Am 26. Juni bekräftigte sie ihren Wunsch, mit den Entführern in Kontakt zu bleiben, und brachte ihre Verzweiflung zum Ausdruck. Diesmal richtet sich die Botschaft an ihren Mann: «Es sind zwei lange Jahre vergangen. Du wurdest nicht im Stich gelassen. Weder von Gott, noch von denen, die mir helfen. Gib die Hoffnung nicht auf.»

Das Engagement seines Lebens

Jeff Woodke, humanitärer Mitarbeiter von «Jeunesse en Mission Entraide et Développement» (JEMED) war sehr engagiert in der nomadischen Bevölkerung des Niger. Er lebt seit 1992 in der Region und leitete seit 29 Jahren Entwicklungsprojekte unter der Tuaregbevölkerung, unter anderem in den Bereichen Landwirtschaft, Gesundheit, Alphabetisierung, Bildung und Verbesserung des Zugangs zu Trinkwasser.

Bilou Mohamed, Bürgermeister von Abalak, sagte: «Dieser Mann lebt seit Jahren unter uns, auch wenn es schwierig war, gefährdete Bevölkerungsgruppen zu unterstützen. Jeder kennt seine Freundlichkeit.»

Aufruf an den Präsidenten

Am zweiten Jahrestag seines Verschwindens versammelten sich lokale Führer und humanitäre Helfer und forderten die Intervention des nigerianischen Präsidenten Mahamadou Issoufou, damit er freigelassen wird. Sie sagten: «Wir hoffen, dass der Präsident der Republik Niger sich voll und ganz dafür einsetzen wird, Jeffs Freilassung zu erhalten.»

In einem am 2. November veröffentlichten Video würdigten sie im Namen der gesamten Bevölkerung von Abalak das Werk von Jeff Woodke, einem wahren Helden der Gemeinschaft und bekräftigten ihren Respekt für den Mann, der seine Freiheit geopfert hat, um ihnen zu helfen.

Nicht der einzige Entführte

Der Präsident der Republik Niger sagte im Juni letzten Jahres, dass Jeff Woodke und ein weiterer deutscher Helfer, der im April dieses Jahres wieder freigelassen wurde, noch am Leben seien, obwohl er keine weiteren Einzelheiten nannte.

Im September wurde der italienische Priester Pier Luigi Maccalli, ebenfalls seit 11 Jahren im Südwesten Niger's sehr engagiert, von einer bewaffneten Gruppe in seiner Gemeinde Bamoanga, etwa 125 km von Niamey, der Hauptstadt Niger's, entführt.