16.02.2022 /
Nigeria
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Nigeria: Entführte christliche Schüler fast alle freigelassen

Im Juli 2021 wurden mehr als 100 christliche Schüler entführt. Jetzt ist noch einer nicht in Freiheit.

John Hayab, Vorsitzender der Christlichen Vereinigung Nigerias für den Bundesstaat Kaduna, bestätigte, dass die Schüler des baptistischen Internats Bethel, die am 5. Juli 2021 entführt worden waren, alle freigelassen wurden. Bis auf einen.

«Wir haben das Lösegeld bezahlt»

Pastor Israel Akanji, Vorsitzender der Baptistenkonferenz in Nigeria, erklärt, dass er kaum eine andere Wahl hatte: «Ich habe immer wieder gesagt, dass wir nicht nachgeben und kein Lösegeld zahlen würden, doch wir haben bezahlt. Einen Monat nach der Entführung drohten die Entführer, sie alle zu töten, einen nach dem anderen.» Er schloss mit den Worten: «Wir haben uns zwischen unseren Kindern und unserem Geld für unsere Kinder entschieden.»

Die Nigerianische Baptistenkonvention sagt, dass 250 Millionen Nigerianische Naira (rund 600'000 Euro) für die Freilassung der entführten Schüler bezahlt wurden. Diese wurden in kleinen Gruppen freigelassen. Heute befindet sich nur noch ein Schüler nicht in Freiheit.

Rückschlag für die Bildung

Die Entführung der Schüler ist Teil einer Reihe von Angriffen und Entführungen, die den Norden Nigerias heimgesucht haben. Schulen sind leichte Ziele für lokale bewaffnete Gruppen, die von den nigerianischen Behörden als «Banditen» statt als «Terroristen» bezeichnet werden.
Seit dem Anstieg der Entführungen in der Region haben sich viele Eltern dafür entschieden, ihre Kinder nicht mehr in die Schule zu schicken. Sie können es sich emotional und finanziell nicht leisten, sie dem Risiko einer Entführung auszusetzen.

Mehrere Internate geschlossen

Infolgedessen wurden in den nordwestlichen und zentralen Bundesstaaten Nigerias mehrere Internate geschlossen. Daraus resultiert ein Rückschritt in der Bildung.

In letzter Zeit überfallen die Angreifer auch ganze Dörfer, die sie mit Entführungen und Morden terrorisieren. Sie verlangen von den Dorfbewohnern Geld, um zu verhindern, dass sie überfallen werden.