15.01.2022 /
Nigeria
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Nigeria: Im Norden des Landes gehen die Morde weiter

Im Norden Nigerias wurde Pastor Bature am 8. Dezember von seinen Entführern getötet, während im Zentrum des Landes zehn Christen ermordet wurden.

Entführungen durch radikalislamische Gruppen im Bundesstaat Kaduna im Norden, Angriffe von Fulani-Extremisten im Bundesstaat Central Plateau: Ende 2021 hat die Verfolgung, die Christen ertragen müssen, nicht nachgelassen: Ein Pastor und zehn Gläubige, darunter drei Kinder, waren ermordet worden.

Lösegeld reichte angeblich nicht

Dauda Bature war Pastor der «Winning All Evangelical Church» in Nariya im Bundesstaat Kaduna. Er wurde am 8. November bei der Arbeit auf seiner Farm entführt. Seine Entführer forderten ein Lösegeld. Zehn Tage später kam seine Frau, um das Lösegeld zu überbringen, und wurde ihrerseits entführt. Die Summe reichte laut den Entführern nicht aus. Am 6. Dezember wurde die Frau des Pastors freigelassen, um mehr Geld zu sammeln. Sie hatte keine Zeit: Zwei Tage später wurde ihr Mann ermordet, ein Opfer der Ungeduld der Entführer.

«Immer grausamer und brutaler!»

Joseph Hayab, Präsident der «Christian Association of Nigeria» in Kaduna, sagt: «Die Übeltäter werden immer grausamer und brutaler, sie kennen keine Gnade. Dies zeigt, dass die Regierung ihre Reaktion verstärken muss.»

Zehn Christen, darunter drei Kinder, getötet

Wenige Tage vor diesem Attentat verübten Fulani-Extremisten einen Angriff im Bundesstaat Plateau, im Zentrum des Landes. Am 26. November wurden mindestens 10 Christen, darunter 3 Kinder, getötet. Dies ist der zweite Angriff in einer Woche im Bass County. Kurz nach Mitternacht stürmten die Angreifer in das Dorf Te'egbe. Sie zündeten mehr als 100 Häuser an und schossen auf die Bewohner. Fast 700 Menschen wurden nach dem Angriff vertrieben. Dieser neue, vorsätzliche Angriff bringt Trauer in die christliche Gemeinschaft dieser Region. In der Woche vor dem Angriff hatten dieselben Extremisten einen Brief mit einer Warnung vor ihren Absichten verschickt. Doch die Militärbehörden hatten an der Ernsthaftigkeit dieser Drohungen gezweifelt.
Dennoch hatten die USA unlängst Nigeria von ihrer schwarzen Liste der «Länder mit besonderer Besorgnis» wegen Verletzungen der Religionsfreiheit gestrichen.