27.08.2019 /
Nigeria
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Nigeria: Imam für die Rettung von 262 Christen belohnt

Bis 2018 hatte ein Imam 262 Christen gerettet, indem er sie in seiner Moschee versteckt hatte. Der nigerianische Imam Abubakar Abdullahi erhielt den Internationalen Preis für Religionsfreiheit.

Am 17. Juli würdigte US-Aussenminister Mike Pompeo in einer offiziellen Zeremonie den nigerianischen Imam Abubakar Abdullahi dafür, dass er «sein Leben riskiert hat, um Mitglieder einer anderen Religionsgemeinschaft zu verstecken, die ohne seine Intervention getötet worden wären.» Der Imam wurde mit dem Internationalen Preis für Religionsfreiheit ausgezeichnet.

Er bietet sein Leben im Austausch an

Am 23. Juni 2018 endet das Gebet in der Moschee des Dorfes Nghar in der Region Barkin Ladi im nigerianischen Bundesstaat Plateau. Da ertönte ein Schuss. Als der Imam ging, um zu sehen, was geschehen war, flohen Hunderte von Christen, verfolgt von Fulani-Nomaden. Mutig öffnete er die Türen seiner Moschee und seines Hauses und versteckte 262 Christen. Dann ging er hinaus und stellt sich den Angreifern, forderte, dass sie mit dem Angriff auf Christen aufhören und er bot ihnen sogar sein Leben im Austausch für ihres an.

Wachsende religiöse Spaltungen

Während dieser mehrtägigen Gewaltaktion wurden allein im Dorf Nghar 84 Menschen getötet und fast 200 weitere Menschen starben bei dem Angriff auf ein Dutzend umliegende Dörfer. Ein Tribut, der ohne die Intervention des Imams zweifellos noch schwerer gewesen wäre.

Die Gewalt zwischen überwiegend muslimischen Fulani-Hirten und christlichen Bauern im Mittelgürtel in Nigeria hat sich so weit verschärft, dass sie die Bedrohung durch die Terrorgruppe Boko Haram im Land einholt. Sie haben Hunderttausende Menschen vertrieben und die ethnischen und religiösen Spaltungen im Land verstärkt.