20.10.2021 /
Nigeria
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Nigeria: Pastor sagt: Leah Sharibu ist noch am Leben

Die entführte, junge nigerianische Christin Leah Sharibu ist am Leben! – Das sagt ein Pastor aus Zentralnigeria, der die Familie seit ihrer Entführung vor fast vier Jahren unterstützt und begleitet.

Pastor Gideon Para-Mallam ist sich sicher: «Ich kann bestätigen, dass Leah noch lebt», sagte er gegenüber Open Doors. Diese Information ist kein Gerücht, erklärt er der Pastor aus Zentralnigeria, er habe sie aus drei zuverlässigen Quellen.

Der Pastor ist umso kategorischer, als eine seiner Quellen mit der jungen Christin in Gefangenschaft in Kontakt stand: «Ich kann nicht zu sehr ins Detail gehen, aber eine meiner Quellen, die eine Gefangene von Boko Haram war und kürzlich freigelassen wurde, bestätigte, dass Leah noch am Leben ist. Sie konnte sie sehen.»

Weitere Frauen am Leben

Para-Mallam fügte hinzu, dass Alice Ngaddah, eine UNICEF-Krankenschwester, die neun Tage nach Leah von Boko Haram entführt wurde, ebenfalls am Leben ist. Das gilt auch für andere Frauen, von denen bekannt ist, dass sie von der Gruppe festgehalten werden.
Die damals 15-jährige Leah wurde im Jahr 2018 von Boko-Haram-Kämpfern aus ihrer Schule im Bundesstaat Yobe entführt. Anders als ihre muslimischen Klassenkameraden durfte sie nicht nach Hause zurückkehren. Offenbar weil sie sich weigerte, ihren christlichen Glauben zu verleugnen.

Ermutigende Nachrichten

Seitdem wurde sie Berichten zufolge gezwungen, zum Islam zu konvertieren. Sie musste sogar einen der Boko-Haram-Befehlshaber heiraten, dessen Kind sie gebar: «Es ist fast vier Jahre her, dass Leah entführt wurde. Was für ein traumatisches Erlebnis für diesen Teenager», bedauert Pastor Para-Mallam.
«Wir sind Gott dankbar, dass sie noch am Leben ist. Die Nachricht, dass sie am Leben ist, sollte uns Mut machen und uns hoffen lassen, dass Leah eines Tages freigelassen wird.»

Entführungen als Waffe

«Die Verbreitung von Waffen, die Straflosigkeit und die Untätigkeit der Regierung haben es Boko Haram ermöglicht, sich auszubreiten und die Gewalt im Nordwesten Nigerias zu verstärken, wo Angriffe von bewaffneten Banditen auf Dörfer und Schulen an der Tagesordnung sind», steht im Länderreport von Open Doors.

Seit Dezember wurden in fünf Staaten im Nordwesten Nigerias mehr als 1000 Kinder gewaltsam aus ihren Schulen entführt. Mehr als 600 Schulen wurden aus Angst vor weiteren Anschlägen geschlossen.

Entführungen gehen weiter

«Wir sind verzweifelt und beunruhigt, weil die Entführungen weitergehen», sagte Para-Mallam. «Nur Gott kann die Zukunft Nigerias in dieser Zeit garantieren. Viele sind entmutigt und fühlen sich trostlos. Lasst uns beten, dass Gott unsere politischen Führer berührt, damit sie die vor uns liegenden Herausforderungen erkennen», hält Para-Mallam fest.