24.12.2021 /
Nigeria
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Nigeria: Weihnachten feiern mit Angst im Bauch

Die Christen in Garkida, einer Stadt an der Grenze zwischen den Bundesstaaten Borno und Adamawa im Nordosten Nigerias, haben vor dem Weihnachtsfest ihren Hilfeschrei laut werden lassen.

Seit etwa zehn Jahren ist die Region das Epizentrum der Aktivitäten von Boko Haram. Garkida und die umliegenden Dörfer waren wiederholt Opfer von Angriffen.

Am 24. Dezember 2020 – also zu Weihnachten im Vorjahr – erlebte die Region einen weiteren Angriff, der wahrscheinlich der verheerendste war. Mindestens 22 Menschen wurden getötet, darunter ein Pastor. Eine unbekannte Anzahl von Menschen wurde entführt.
Angesichts des bevorstehenden schrecklichen Jahrestags befürchten Christen, dass sich die tragischen Ereignisse der letzten Jahre wiederholen könnten. Boko Haram hatte im November 2014 zum ersten Mal die Städte Hong, Gombi und Garkida angegriffen. In den folgenden Jahren kam es zu mehreren weiteren Anschlägen in der Region.

«Warum habt ihr uns geboren?»

Die Zeugenaussagen sind erschreckend. Eine Witwe berichtet: «Während der Anschläge fragten uns unsere Kinder, warum wir sie geboren hatten. Sie weinten bitterlich, weil wir ihnen nicht erklären konnten, warum sie wie Tiere ohne jede Würde gejagt werden. Sie sind am Boden zerstört von den anhaltenden Angriffen.»

Nigeria steht auf Platz 9 des Weltverfolgungsindex für Christen, einer seit fast 30 Jahren bestehenden Rangliste der 50 Länder, in denen Christen weltweit am stärksten verfolgt und diskriminiert werden.

Nirgends sterben mehr Menschen wegen ihrem Glauben

Laut dieser Rangliste ist Nigeria seit sechs Jahren das Land, das den traurigen Rekord für die Anzahl der wegen ihres Glaubens getöteten Menschen hält, mit 3530 Christen, die im Jahr 2020 ihr Leben verloren haben (es handelt sich um eine Minimalschätzung, die auf einer direkten Zählung beruht, soweit dies möglich war).

«Wir werden bald die Analysen unseres Berichts für das Jahr 2021 bekannt geben. Was wir schon jetzt sagen können, ist, dass die Situation in Nigeria einmal mehr dramatisch und sehr besorgniserregend bleibt», erklärt Rébecca Rogers von der NGO Open Doors Schweiz. Die Ergebnisse des Weltverfolgungsindex 2022 werden am Mittwoch, den 19. Januar bekannt gegeben.