29.04.2021 / news

Sri Lanka: Dorfbewohner wehren sich gegen Kirchenbau

Ein Pastor im Süden Sri Lankas, der die Erlaubnis zum Bau einer Kirche erhalten hat, sieht sich gewalttätigem Widerstand von Dorfbewohnern gegenüber.

In einem überwiegend buddhistischen Dorf im Bezirk Galle, im Süden Sri Lankas, haben lokale Geistliche und Dorfbewohner eine Petition bei der Polizeistation eingereicht. Ihr Ziel ist es, den Bau einer Kirche in ihrem Dorf zu verhindern. Sie wollen sich dem «religiösen Extremismus» des örtlichen Pastors entgegenstellen. Je weiter der Bau voranschreitet, desto härter wird der Widerstand. Die Gegner des Projekts wurden zuletzt auch gewalttätig.

«Nein zum religiösen Extremismus!»

Wie nun bekannt wurde, versammelten sich die Dorfbewohner und religiöse Führer am 20. März um die Kirche. Sie hielten Schilder hoch, auf denen «Nein zum religiösen Extremismus!» stand. Am Vortag gewarnt, hatten die Christen Überwachungskameras am Gebäude installiert. Die Demonstranten, die Angst hatten gefilmt zu werden, hielten sich zurück.

Bau genehmigt

Pastor Bandula, der Leiter der örtlichen Gemeinde, hat alle notwendigen Bewilligungen für den Bau des Gotteshauses. Im Jahr 2019 beantragte er bei der Pradheshiya Sabha, einem wichtigen Gremium im lokalen Regierungssystem, eine Baugenehmigung. Und im Jahr 2020 erhielt er die schriftliche Erlaubnis, die Kirche zu bauen. Aber wegen der Covid-19-Krise konnte der Bau erst in diesem Jahr beginnen.

Die Opposition gegen Pastor Bandulas Dienst ist nicht neu. Seit er 1997 in diesem Dorf zu arbeiten begann, wird er immer wieder angefeindet.

Einzige Kirche in buddhistischem Gebiet

Das Dorf wird fast ausschliesslich von Singhalesen bewohnt. Sie sind Buddhisten und betrachten das Christentum als eine fremde Religion. Unser Partner vor Ort ist erstaunt, dass der Pastor grünes Licht für den Bau der Kirche bekommen hat: «Es ist ein Wunder! Normalerweise geben die Mitglieder der Pradheshiya Sabha niemals ihre Zustimmung für einen Kirchenbau!» Wenn das Projekt fertiggestellt ist, wird es das einzige christliche Gotteshaus in der Region sein.

Etliche heimliche Christen

Pastor Bandula will nicht aufgeben: «Viele Dorfbewohner leben ihren Glauben im Verborgenen und ich werde sie nicht im Stich lassen!»