20.04.2021 /
Sudan
/ news

Sudan: Ein Schritt näher zur Religionsfreiheit

Ein neues Grundsatzabkommen, das zwischen der Übergangsregierung und den Rebellen unterzeichnet wurde, unterstützt die Idee der Religionsfreiheit im Sudan.

Dies ist ein weiterer Schritt zur Anerkennung der Religionsfreiheit im Sudan: Am 28. März wurde ein Grundsatzabkommen zwischen der sudanesischen Übergangsregierung und den Rebellen der «Sudan People's Liberation Movement-North» (SPLM-N) unterzeichnet. Es wird den Abschluss des Friedensprozesses beschleunigen, der 17 Jahre Krieg beenden wird. Es ist auch ein Schritt vorwärts in der Idee eines säkularen Staates, der Religionsfreiheit garantiert.

Keine Staatsreligion mehr

Das Abkommen verspricht im Prinzip «die Errichtung eines zivilen, demokratischen und föderalen Staates im Sudan, in dem die Freiheit der Religion, des Glaubens und der religiösen Praktiken und Anbetung für alle Sudanesen garantiert wird, indem kulturelle, regionale, ethnische und religiöse Identitäten vom Staat getrennt werden.» Weiter heisst es im Abkommen: «Keine Religion kann jemandem aufgezwungen werden und der Staat wird keine offizielle Religion annehmen.»

Ein Schritt, der bestätigt werden muss

Der Weg für die Umsetzung der Religionsfreiheit im Land ist noch weit.  Ein erstes historisches Abkommen wurde am 31. August 2020 zwischen der Regierung und den wichtigsten Rebellengruppen geschlossen. Aber die SPLM-N, die auf der Säkularisierung des Landes bestand, weigerte sich zu unterschreiben. Dieses Abkommen, das die religiöse Neutralität des Staates garantiert, hat das tägliche Leben der Christen bisher nicht verändert. Im Februar wurde ein Kirchenleiter, der unter Jugendlichen im Bundesstaat Gezira arbeitet, verhaftet und von den Sicherheitsdiensten verhört. Sie übten Druck auf ihn aus, um ihn daran zu hindern, eine neue Kirche zu eröffnen.

Einstellung ändert sich langsam

Die Einstellung der Bevölkerung, der Strafverfolgungsbehörden und der lokalen Mandatsträger ändert sich langsam. Es besteht auch die Notwendigkeit, die Gesetzgebung zu ändern, um einige der Gesetze abzuschaffen, die Christen in ihrem täglichen Leben bedrohen: Vor allem die Blasphemie-Gesetze und zum öffentlichen Anstand - die die Kleidung und das Verhalten in der Öffentlichkeit regeln.
Die Christen hoffen auf eine wirkliche Veränderung der Art und Weise, wie sie im Lande angesehen werden.