19.02.2022 /
Sudan
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Sudan: Zwei Kirchen illegal besetzt

Im Sudan, brachen in den Nuba-Bergen Angreifer in Kirchen ein und erklärten sich zu ihren neuen gesetzlichen Vertretern.

Am 27. Dezember brachen im Bundesstaat White Nile im Süden des Sudan Männer in die evangelisch-presbyterianische Kirche in der Stadt Kosti ein. Die Eindringlinge tauschten alle Schlösser aus, sodass die Gemeindemitglieder keinen Zugang mehr zum Gebäude hatten.

Die Eindringlinge setzen sich durch

Als Kirchenbeamte eine Beschwerde bei der Polizeistation einreichten, weigerte sich die Polizei, die Beschwerde zu registrieren. Sie betrachten die derzeitigen Bewohner des Gebäudes als gesetzliche Vertreter der Kirche.
Zur gleichen Zeit ereignete sich in Kadugli im Bundesstaat Kordofan – ebenfalls im Süden des Landes – einen vergleichbaren Vorfall. Männer übernahmen die Kirche und versuchten dann, das Gebäude zu verkaufen. Der Pastor hat sich dagegen gewehrt und die Eindringlinge haben daraufhin Anzeige gegen ihn erstattet: Der Fall ist nun Gegenstand eines Strafverfahrens.

Langsame Veränderungen kommen

Christen erwarteten viel von der Revolution von 2019, die Präsident Al Bashir zugunsten einer Übergangsregierung absetzte. Aber die Veränderungen sind langsam und diejenigen, die die Ungerechtigkeiten anprangern, stoßen auf Feindseligkeit. Mit dem Militärputsch vom 25. Oktober 2021 verschlechtert sich die allgemeine Lage im Land.