02.09.2022 /
Syrien
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Syrien: Damit die Hoffnung weiterlebt

Ferial und ihre Familie erlebten die schlimmste Zeit des Syrienkriegs unter Bombenangriffen in Aleppo. Heute leben sie weiter nördlich, in Latakia. Sie haben ihren Frieden wiedergefunden und gehören einer Kirche an, die als Hoffnungszentrum fungiert und dank Ihrer Spenden lebensverändernde Unterstützung bietet.

Die 52-jährige Ferial, Mutter von zwei Kindern, lebte in Aleppo, als der Krieg in Syrien ausbrach. Bomben hinterliessen Risse in den Mauern ihres Hauses und Soldaten schossen auf ihre Familie, als sie vom Markt zurückkamen. Drei Monate lang überlebten sie ohne Wasser. Dann zogen sie von Aleppo nach Latakia, um sich in Sicherheit zu bringen.

«Es war die sicherste Region in Syrien. Aber ich hatte Angst, weil wir kein eigenes Haus hatten», erinnert sich Ferial. ‹Gott wird für uns sorgen, er wird uns nicht im Stich lassen›, sagte mein Mann.»

Unter seinen Flügeln

Die erste Zeit in Latakia war hart. «Ich habe viel geweint und war sehr aufgewühlt.» Sie dachte an all das Schwere, das sie durchgemacht hatten: Schüsse, Hunger, die Trennung von ihrem Mann, der schon weggezogen war, um ausserhalb von Aleppo Arbeit zu finden.

Dann riet ihr eine Nachbarin den Besuch einer Kirche an, die von Open Doors in ein Hoffnungszentrum umgewandelt worden war. Dieser Besuch brachte einen Wendepunkt in ihrem Leben. «Sie haben sich geistlich und finanziell um uns gekümmert», erzählt Ferial. «Sie haben mich motiviert, Jesus noch mehr zu lieben als zuvor. Wir kamen uns nicht verlassen vor, sondern fühlten uns geliebt.»

Am Rande der Hungersnot

Heute ist der Alltag in Syrien schwieriger als je zuvor – und es gibt wenig Hoffnung. Pastor Edward, unser Partner, sagt: «Die Situation ist schlimmer als je. Die Wirtschaft ist zusammengebrochen. Die Mittelschicht steht kurz vor der Hungersnot. Wir befinden uns in einer äusserst prekären Lage und die Menschen versuchen, das Land zu verlassen. Letzte Woche ist eine Familie aus unserer Kirche fortgegangen. Es hat uns das Herz gebrochen.»

Doch Ferial hat wieder Hoffnung geschöpft. Sie arbeitet jetzt als Lehrerin im Hoffnungszentrum und lehrt auch die Kinder, Jesus zu lieben und ihm für die Zukunft zu vertrauen. Denn ja, Ferial vertraut Gott für ihre Zukunft. Trotz der vielen Krisen, die ihr Land durchmacht, hat sie Frieden: «Wir sagen: Jesus wird uns nicht verlassen. Er wird uns weiter begleiten und uns Erfolg schenken. Ich bin überzeugt, dass unsere Zukunft besser wird.»

Ferial weiss, dass viele von Ihnen zu unserer Arbeit in Syrien beigetragen haben und sie somit unterstützen. «Ich weiss nicht, was ich darauf antworten soll. Ihr seid sehr grosszügig. Ich danke euch sehr. Ich danke Gott. Er hat uns beschenkt, er verlässt uns nicht.» 

Dann schweigt sie für einen Moment, atmet durch und trocknet ihre Tränen.

Unterstützung, die Leben verändert

Heute hat Open Doors das Ziel, aus jeder Ortskirche in Syrien und im Irak ein Hoffnungszentrum zu machen. In diesen Zentren sollen Gebet, Beratung, Bibelunterricht, Lebensunterhaltsprojekte, Kredite zur Gründung von Unternehmen, medizinische Unterstützung und humanitäre Hilfe angeboten werden.