08.06.2022 /
Syrien
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Syrien: Junge Christen von der Hisbollah entführt

Junge syrische Christen wurden von der Hisbollah entführt, weil sie fälschlicherweise beschuldigt wurden, Verbindungen zum Islamischen Staat zu haben.

Junge syrische Christen wurden Anfang Mai von der Hisbollah aus ihren Häusern verschleppt. Dies geschah aufgrund angeblicher Verbindungen zum Islamischen Staat. Eine absurde Anschuldigung, wenn man bedenkt, dass Christen die ersten Opfer des Daesh sind.   

Sechs Familien betroffen

In der christlichen Stadt Sadad, 100 Kilometer nördlich von Damaskus, drangen pro-iranische Milizionäre in die Häuser von sechs christlichen Familien ein. Sie zogen wieder ab und nahmen alle Jungen mit. Die Hisbollah gab bekannt, dass sie wegen angeblicher Verbindungen zum Islamischen Staat verhaftet worden waren.
Laut einer Quelle aus Sadad nutzt die Hisbollah diesen Vorwand, um die Bewohner einzuschüchtern, damit Christen umzusiedeln und sie ihr Eigentum und ihren Besitz an sich reissen können.

Absurde Anschuldigung

Der Grund für die Verhaftung mag überraschen: Es sind Christen und religiöse Minderheiten im Allgemeinen, die in den letzten Jahren am meisten unter den Gräueltaten des Islamischen Staates gelitten haben. Die Kirchen in Syrien und im Irak wurden dezimiert. Christen sind besonders gefährdet, da sie keinerlei Schutz geniessen. Von den lokalen Behörden haben sie nichts zu erwarten und sie haben keine Miliz, die ihnen zu Diensten steht. Infolgedessen fühlen sich Christen in Regionen, in denen sie seit Jahrhunderten ansässig sind, nicht mehr sicher.