06.04.2020 /
Tadschikistan
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Tadschikistan: Soldat wegen seines Glaubens verprügelt

In der tadschikischen Armee wird Bayram (Name geändert) seit 2018 von anderen Soldaten und Offizieren verfolgt, weil er Christ ist.

Bayram konvertierte während seiner Jugendzeit zum christlichen Glauben und wurde im Alter von 14 Jahren getauft. Er stammt aus einer christlichen Familie mit muslimischem Hintergrund. Im Jahr 2018 wurde er in die tadschikische Armee eingezogen.

Belästigt, gedemütigt und geschlagen

Die anderen Soldaten erkannten, dass er Christ war, als sie ihn seine Bibel lesen sahen. Da begann die Verfolgung. Zuerst schikanierten und erniedrigten sie ihn, dann versuchten die Offiziere, ihn dazu zu bringen, seinen Glauben zu verleugnen. Als er sich weigerte, schlugen sie ihn. Sie strichen ihm seinen wöchentlichen Ruhetag und nahmen ihm sein Mobiltelefon weg. Er konnte mit seiner Familie nur noch per Post kommunizieren. Die Briefe wurden von seinen Vorgesetzten vor dem Versand gelesen und manchmal sogar in den Müll geworfen.

Verprügelt wegen Kirchenbesuch

Vor einigen Monaten hörten unsere Partner im Land von Bayram und besuchten ihn. Sie forderten seine Vorgesetzten auf, ihm am nächsten Tag, der auf einen Sonntag fiel, frei zu geben. Bayram konnte den Gottesdienst in seiner Kirche besuchen und dort über seine Erfahrungen in der Armee sprechen. Die Mitglieder der Kirche beteten für ihn, was ein grosser und ermutigender Moment für Bayram war.

Doch als der Pastor einige Tage später wieder zu ihm kam, fand er ihn mit einem gebrochenen Kiefer im Krankenhaus vor. Er war von den anderen Soldaten brutal geschlagen worden. Diesmal befragte ein Beamter der Sicherheitsdienste Bayram zu den Vorfällen, und es wird eine Untersuchung eingeleitet.