10.12.2018 /
Pakistan
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Thailand/Pakistan: Die Angst der pakistanischen Christen im Exil

Die rund 400 pakistanischen christlichen Familien auf thailändischem Boden stehen unter grossem Druck.

In Thailand hat sich der Druck auf Asylbewerber seit 2012 deutlich erhöht. Mehr als 10'000 von ihnen stammen aus Pakistan.

Am 9. Oktober wurden etwa 100 pakistanische Christen verhaftet und in Einwanderungshaftanstalten gebracht. Heute haben sie Angst, verstecken sich oder gehen.

Generell sind christlich-pakistanische Asylbewerber dazu verurteilt, eingesperrt zu sein oder sich vor den Behörden zu verstecken. Sie sind isoliert und können keine Gottesdienste besuchen.

Das ist mit Bittu passiert, einem 15-jährigen Jungen, der von der thailändischen Polizei verhaftet wurde. Für seine Freilassung hätte sein Vater die Summe von 50’000 Baht (das sind etwa 1300 Euro) bezahlen müssen. Das Problem ist, dass die Familie ohne Dokument und Geld dasteht.

Thais helfen

Der junge Bittu konnte einer Gefängnisstrafe dennoch entgehen: «Glücklicherweise haben einige Thais eingegriffen, ihre Verbindungen genutzt und ihn zurückgebracht, ohne ein Bestechungsgeld zahlen zu müssen.»

Dank einiger wohlmeinender Menschen bekommen pakistanische Christen Hilfe:

  • Mamma, eine mutige Frau, versteckte mehr als zwei Wochen lang etwa acht christliche Familien, darunter die von Bittu. Dank der von ihr gegründeten Organisation kann Bittus Mutter als Babysitterin arbeiten, aber immer ist die Angst dabei, gesehen und verhaftet zu werden.
  • Mamma beherbergt auch Samson Rehmat (48) seine Frau und ihre beiden Kinder. Der Mann hat seit seiner Ankunft in Thailand im Jahr 2013 zwei Schlaganfälle erlitten. Seine Frau tut alles, um die Familie zu unterstützen.
  • Maqsood Iqbal ist 54 Jahre alt und besucht die Haftanstalt seit der Verhaftung seiner Frau im Jahr 2014 jeden Tag. Er bringt ihr Essen, aber nicht einzig zu ihr ... er sorgt dafür, dass auch andere Häftlinge versorgt werden.
  • Shunila Ruth, eine christliche Abgeordnete der Nationalversammlung Pakistans, schrieb letzten Monat an Premierminister Imran Khan: «Ich fordere das Büro des Premierministers demütig auf, diesen in Not geratenen Pakistanern humanitäre Hilfe zu leisten.»

100 Leute in einer Zelle

Die Haftanstalten für Einwanderer sehen aus wie Gefängnisse. In einer einzigen Zelle können mehr als 100 Personen untergebracht werden, darunter Frauen, ältere Menschen und Kinder. Und im Krankheitsfall können pakistanische Christen nicht wirklich auf die Hilfe der Behörden zählen. In den letzten Jahren sollen mindestens fünf Christen in diesen Zentren gestorben sein.

Sie begannen, auf der Suche nach Hoffnung in Bangkok anzukommen: Nämlich in der Hoffnung vom Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen den Flüchtlingsstatus zu erhalten.

Schwierige Bedingungen

Am 28. August wurden 181 Flüchtlinge und Asylbewerber ethnischer Minderheiten aus Vietnam, darunter viele Christen, in der Nähe von Bangkok verhaftet.

Heute gibt es in Thailand etwa 400 pakistanische christliche Familien. Berichten zufolge werden 380 pakistanische Christen unter erbärmlichen Bedingungen in Einwanderungshaftanstalten festgehalten. Migranten flohen nach den Bränden von etwa 100 christlichen Häusern in der pakistanischen Stadt Gojra im August 2009. Sieben Christen verloren dort damals ihr Leben.