20.04.2018 /
Türkei
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Türkei: Pastor Brunsons Prozess vertagt

Am ersten Prozesstag setzte die türkische Justiz das Verfahren aus. Pastor Brunson wird nun drei Wochen warten müssen, bevor er zu den gegen ihn erhobenen Spionagevorwürfen wird Stellung nehmen können.

Bei der Eröffnung seines Prozesses am 16. April sagte Andrew Brunson aus: «Ich lehne die in der Anklageschrift genannten Vorwürfe entschieden ab. Ich war nie in illegale Aktivitäten verwickelt.» Er sprach vor Gericht auf Türkisch, das er nach 23 Jahren im Land als Pastor einer evangelischen Kirche fliessend spricht. Der amerikanische Staatsbürger Andrew Brunson wird beschuldigt, den Putschversuch von 2016 gegen Präsident Erdogan unterstützt zu haben und wurde am 13. März angeklagt, «Mitglied und leitender Mitarbeiter» der islamischen Gülen-Bewegung zu sein.

Am Ende des Verhandlungstages ordnete das Gericht die Rückkehr von Andrew Brunson in das finstere überfüllte Gefängnis an, in dem er nach seiner Verhaftung am 7. Oktober 2016 untergebracht worden war, anstatt in das Gefängnis, in dem er in letzter Zeit festgehalten wurde.

Nach dieser Entscheidung war Andrews Frau Norine, die bei der Anhörung anwesend war, bestürzt und weigerte sich, mit den Medien zu sprechen. «Wie Sie sich vorstellen können, ist diese Nachricht verheerend für den Pastor und seine Familie», erklärte ein Rechtsberater des American Center for Law and Justice, einer Organisation, die die Verteidigung des Pastors unterstützt.

Laut Brunsons Anwalt Ismail Cem Halavurt interpretieren Staatsanwälte das Amt des Pastors als «Unterstützung terroristischer Organisationen». Es gibt Beweise, dass Brunson wegen seines Glaubens verhaftet wurde», sagt sein Anwalt. Darüber hinaus erklärte das American Center for Law and Justice, dass die Anhörung «anonyme Zeugen der Staatsanwaltschaft umfasste, deren Stimmen und Erscheinung unkenntlich gemacht worden waren».

Andrew Brunson erklärte im vergangenen März: «Eines muss klar sein: Ich bin nicht wegen irgendeines Vergehens im Gefängnis, sondern weil ich ein christlicher Pastor bin. Ich vermisse meine Frau und meine Kinder zutiefst. Dennoch bin ich davon überzeugt: Es ist eine Ehre, für Jesus Christus zu leiden, wie es schon so viele vor mir getan haben.»

Mit der Wiederaufnahme des Prozesses wird nicht vor dem 7. Mai gerechnet.