07.12.2018 /
Usbekistan
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Usbekistan: Acht Protestanten wegen gemeinsamem Lesen der Bibel verhaftet

Zum Essen und Bibellektüre in ihrem Haus in der Ortschaft Pop, in Usbekistan, versammelt, wurden acht protestantische Christen plötzlich von der Polizei abgeführt.

Am 19. November durchsuchte die usbekische Polizei ein Haus in Pop, einer Stadt in der usbekischen Provinz Namangan. Acht protestantische Christen, die sich zu einem Essen und zum Lesen der Bibel versammelt hatten, wurden alle verhaftet.

Laut «Forum 18» beschlagnahmte die Polizei ohne Durchsuchungsbefehl alles: Religiöse Literatur, einschliesslich Bibeln, digitale Dokumente, die alle legal erworben worden waren, sowie einen Laptop und einen Desktop-Computer.

Stundenlange Einvernahmen am Stück

Trotz eines langen Verhörs bis drei Uhr morgens auf der Polizeistation wurde keine der verhafteten Personen in Polizeigewahrsam genommen. Alle religiösen Materialien werden an den Ausschuss für religiöse Angelegenheiten zur «Expertise» geschickt, und Christen könnten mit dem Besitz religiöser Literatur belangt werden, obwohl sie diese legal erworben haben.

Mehrere Präzedenzfälle in Usbekistan

Es ist nicht das erste Mal, dass es in Usbekistan solche Fälle von Hausarrest gibt. Baptisten in der westlichen Stadt Urgench wurden ebenfalls von der Polizei inhaftiert. Seit mehreren Jahren werden sie von der Polizei schikaniert.

Am 30. September 2018 wurden 40 protestantische Christen verhaftet und inhaftiert, während sie zu einer Retraite versammelt waren. Vier Frauen nutzten die Razzia der Polizei, um christlichen Frauen Eigentum zu stehlen. Unter psychologischem Druck mussten eine Frau und ein 5-jähriges Mädchen ins Krankenhaus. 31 Personen wurden danach strafrechtlich verfolgt und mit einer Geldstrafe bis zum 20-fachen des monatlichen Mindestlohns von knapp 200 Euro belegt.