28.12.2021 /
Usbekistan
/ news

Usbekistan: Christen im Fadenkreuz

In Usbekistan, wo sich das Klima gegen Christen verschärft, sind Pastoren und Missionare von Polizeirazzien und repressiven Massnahmen betroffen.

Präsident Shavkat Mirziyoyev verschärft seine Politik gegenüber Kirchen und Christen, insbesondere gegenüber ihren Pastoren, weiter.
Hausdurchsuchung bei Pastor um 5 Uhr morgens
Ende November stürmten uniformierte Polizisten, die von Männern in Zivil begleitet wurden, um 5 Uhr morgens das Haus eines Pastors, der für eine Hauskirche verantwortlich war. Sie durchsuchten sein Haus nach allem, was religiösen Charakter haben könnte. Auch die Häuser der Mitglieder der Kirche wurden durchsucht.

Razzien in Schulen durch die Polizei

In derselben Woche drangen uniformierte Polizisten, die stets von Männern in Zivilkleidung begleitet wurden, in mehrere Schulen ein. Sie konfiszierten die Mobiltelefone der Oberschüler, um sie nach religiösen Inhalten zu durchsuchen. Die Eltern reagierten heftig und verurteilten diesen Angriff auf die Privatsphäre ihrer Kinder.
Die Polizei verschärft ihre Kontrollen und wird bei der Überwachung von Christen immer aktiver. Die Grenze zwischen Überwachung und Repression wird manchmal überschritten.

Missionarsehepaar wird abgeschoben

Ein Missionarsehepaar und seine vier Kinder wurden aus Usbekistan ausgewiesen. Sie hatten in den entlegensten Teilen des Landes gearbeitet. Eine repressive Maßnahme, die an die Maßnahmen der 1990er Jahre erinnert, als alle Missionare aus dem Land vertrieben wurden. Die letzte erzwungene Abreise eines Missionars liegt fünf Jahre zurück.
Während sich die Situation für sie verschlechtert, sind die usbekischen Christen beunruhigt: «Wir wissen nicht, wie unsere Zukunft aussehen wird», kommentierte einer unserer Kontaktpersonen.