30.12.2018 /
Vietnam
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Vietnam: Erstmals seit 8 Jahren durften 100 Kirchen Weihnachten öffentlich feiern

Zum ersten Mal seit acht Jahren konnten die Gemeinden der Evangelischen Kirche von Vietnam eine grosse öffentliche Weihnachtsveranstaltung im Freien organisieren.

An der Veranstaltung nahmen 20’000 Menschen teil. Am 8. Dezember wurden in Ho Chi Minh etwa 100 Versammlungen der «Evangelischen Kirche von Vietnam», der grössten Kirche Vietnams, autorisiert, eine grosse öffentliche Weihnachtsshow unter freiem Himmel zu organisieren. Dies ist das erste Mal seit acht Jahren.

Die Veranstaltung hiess «Emmanuel Christmas Music». Es fand auf dem Sportplatz in Phu Tho statt. Das Programm umfasst die Botschaft des Evangeliums, Musik und Theater. Die Hightech-Show dauerte drei Stunden.

Ein immer beliebteres Fest in Vietnam

In den letzten Jahren ist die öffentliche Weihnachtsfeier in Vietnam exponentiell gewachsen. Dekorationen sind in den Grossstädten des Landes noch häufiger anzutreffen als in einigen westlichen Städten. In öffentlichen Schulen ist es nicht verwunderlich, den Weihnachtsmann mit seinen Geschenken zu sehen und das berühmte Weihnachtslied «Jingle Bells» zu hören.

Dieser Entwicklung wird von den Behörden entgegengewirkt. Das Bildungsministerium des Bezirks Nha Be in Ho Chi Minh hat am 5. Dezember eine strenge Richtlinie erlassen, die Weihnachtsfeiern in öffentlichen, privaten und betreuenden Schulen in jeder Hinsicht verbietet.

Die Auswirkungen des neuen Gesetzes auf Glaube und Religion

Es ist fast ein Jahr her, seit das neue Gesetz über Glauben und Religion in Kraft getreten ist (am 1. Januar 2018). Sie stärkt die Kontrolle der Behörden über religiöse Aktivitäten und schränkt die Freiheit von Gläubigen und religiösen Organisationen ein. Vietnamesische christliche Führer sind sich einig, dass sich für die seit Inkrafttreten des Gesetzes wenig geändert hat. Seine potenziell positiven Bestimmungen werden in isolierten Gebieten, in denen ethnische Minderheiten weiterhin verfolgt werden, ungleich angewendet und völlig ignoriert.

Sie glauben auch, dass Vietnam «beunruhigende Zeiten» durchläuft. Ein prominenter Hausgemeindeleiter sagte: «Wir haben nicht viel Hoffnung auf Verbesserung, also verstecken wir uns einfach und tun, was wir tun müssen, egal was passiert.»

Ausserhalb der Grossstädte wurden bereits umfangreiche Massnahmen ergriffen, um das stetige Wachstum des evangelischen Christentums unter den Hmong und anderen ethnischen Minderheiten einzudämmen.