
Subsahara-Afrika bleibt die gewalttätigste Region für Christen
In den letzten Monaten wurde die Gewalt gegen Christen in Nigeria (Rang 7 auf der Liste) in den Medien thematisiert. Und das aus gutem Grund: Der Weltverfolgungsindex 2026 macht deutlich, dass Nigeria nach wie vor das gewalttätigste Land der Welt für Christen ist.
Von den weltweit 4849 Christen, die wegen ihres Glaubens getötet wurden, starben im Jahr 2025 70 % davon, also 3490 Christen, in Nigeria. Mit anderen Worten: Von zehn Christen, die weltweit wegen ihres Glaubens getötet wurden, wurden sieben in Nigeria getötet. Das Land führt auch mehrere andere Statistiken zu Gewalt an, beispielsweise die Zahl der entführten Christen (2293) und die Zahl der vergewaltigten oder sexuell missbrauchten Christen (über 1000).Erschreckende Statistiken zur Gewalt weltweit
Nebst den getöteten Christen verzeichnet der Index 2026 weltweit:
Die Gesichter hinter den Zahlen
Auch wenn die Zahlen ein düsteres Bild der Gewalt zeichnen, der Christen weiterhin ausgesetzt sind, dürfen wir nicht vergessen, dass hinter jeder Zahl ein echter Mensch steht. So viele Zahlen, so viele zerstörte Menschenleben.
Salamatu, eine Christin aus dem Bundesstaat Yobe im Norden Nigerias, ist eines dieser Gesichter hinter den Statistiken. Bei einem zweiten Angriff auf ihr Dorf erschoss die extremistische Gruppe Boko Haram ihren Mann und den Dorfpastor und zündete anschliessend ihre Kirche an. Salamatu war gezwungen, ihr Dorf mit ihren Kindern und Enkelkindern zu verlassen. Sie wird nicht zurückkehren. «Boko Haram hat uns wissen lassen, dass sie uns umbringen, wenn wir zurückkommen» erklärt sie.
Aweis, ein christlicher Konvertit aus Somalia (Rang 2) hat sein Leben lang mit den Folgen seiner Konversion zu kämpfen gehabt: Von Morddrohungen seines Vaters bis hin zur völligen Ablehnung durch seinen Clan gibt Aweis uns einen Einblick in die emotionalen Turbulenzen und körperlichen Leiden, die hinter diesen Zahlen stehen. «[Mein Vater] sagte zu mir: ‹Ich kann dich nicht daran hindern, die Bibel zu lesen. Aber wenn du Christ wirst, werde ich dich töten›», erzählt er. «Die Feindseligkeit und die Drohungen, denen ich ausgesetzt war, übertrafen alles, was ich mir vorgestellt hatte.»
Er erinnert uns daran, dass hinter jeder Statistik Menschen stehen, die dieselben Hoffnungen und Träume haben wie alle anderen Menschen auch. Hoffnungen wie ein Leben in Frieden, eine sinnvolle Arbeit, ein besseres Leben für ihre Kinder und die freie Wahl ihrer Religion – und das alles ohne Angst: «Meine Vision für die somalische Kirche ist, dass sie zu einem normalen und akzeptierten Teil der Gesellschaft wird. Ein Tag, an dem man seine Kinder oder seinen Ehepartner nicht mehr wegen seines Glaubens verliert. Eine Zeit, in der der Staat Gläubige nicht mehr wegen ihres Glaubens inhaftiert. Ich sehne mich nach diesem Tag.»
Salamatu, Aweis und Millionen anderer Christen wie sie sind der Grund, warum Open Doors die Kampagne «Afrika: Vereint gegen Gewalt» ins Leben gerufen hat. Die Gewalt in dieser Region ist unvorstellbar; es ist an der Zeit, dass die Welt nicht nur Kenntnis davon nimmt, sondern auch handelt.
Wir verwenden Cookies und andere Technologien auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern. Wir nutzen sie u. a., um Ihnen eine sichere Spendenmöglichkeit anzubieten und um Zugriffe auf unsere Website anonymisiert auszuwerten. Außerdem können wir so eigene YouTube-Videos auf der Website teilen. Je nach Funktion werden dabei Daten an Dritte weitergegeben und von diesen verarbeitet. Weitere Informationen über die Verwendung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Sie können Ihre Auswahl jederzeit unter Einstellungen widerrufen oder anpassen.