02.07.2021 /
Bangladesch
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Bangladesch: 23 Christen in eine Moschee entführt

Kein Tag vergeht ohne Verfolgung von Christen muslimischer Herkunft im Norden Bangladeschs. Am 19. Mai entführten Muslime 23 Christen, um sie zu zwingen, ihrem Glauben abzuschwören.

Seit Anfang des Jahres ist eine Zunahme der Verfolgung von Christen muslimischer Herkunft zu verzeichnen. Am 19. Mai wurden im Norden von Bangladesch zehn christliche Familien, insgesamt 23 Personen, entführt.

Eingesperrt in einer Moschee

Diese Christen wurden gewaltsam in der Dorfmoschee festgehalten. Sie wurden von Muslimen, die von ihren religiösen Führern angeführt wurden, bedrängt, zum Islam zurückzukehren. Diese Christen wurden nur unter der Bedingung freigelassen, dass sie regelmässig die Moschee besuchen. Da sie auf ihrem Glauben beharrten, wurden sie gezwungen, einen Tabligh Jamat, einen muslimischen Missionar, zu treffen.

«Wir werden euch vernichten»

Am Tag zuvor, nachdem gerade ihr eigener Gottesdienst zu Ende gegangen war, hatten ihnen die örtlichen religiösen Führer gedroht: «Wegen eurer Bekehrung werdet ihr in die Hölle kommen. Wir werden euch vernichten!»
Der Pastor alarmierte den Vertreter der örtlichen Regierung. Der Regierungsvertreter forderte die religiösen Führer auf, die Christen nicht länger zu zwingen, ihren Glauben zu verleugnen, und sie nicht länger in ihrer Religionsfreiheit zu behindern.

«Sie können keine Hilfe von Christen annehmen»

Doch die Christen in der Region leben in Angst. Muslime haben eine Moschee neben der Kirche gebaut, um sie einzuschüchtern. Aus Angst um ihr Leben sind viele untergetaucht. Eine Situation, die den örtlichen Pastor beunruhigt: «Diese Christen leben schon in Armut und jetzt können sie nicht mehr arbeiten!»
Unsere Partner vor Ort haben sich mobilisiert. Am 29. Mai erhielten 13 Familien des Dorfes Notfallpakete mit Reis, Öl, Hülsenfrüchten, Mehl, Salz und Seife.
Leider wurden auf dem Heimweg zwei Familien überfallen. Ihre Pakete wurden in einen nahe gelegenen Teich geworfen. Die muslimischen Religionsführer drohten ihnen daraufhin: «Ihr habt kein Recht, Hilfe von den Christen anzunehmen. Du kannst dieses Essen nicht essen, es wäre eine Sünde!» Der Vorfall wurde den örtlichen Behörden gemeldet, die jedoch nicht reagierten.