18.04.2019 /
Bangladesch
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Bangladesch: Am Tag nach ihrer Taufe verprügelt

Sie war gerade getauft worden: Eine junge Frau, die kurz zuvor Christin geworden war, wurde von ihren Verwandten in Bangladesch angegriffen. Sie verbrachte drei Tage im Krankenhaus mit ihrem Mann, der ebenfalls attackiert worden war.

Rahima Khatum war am Tag zuvor getauft worden. Das hat heizte die Wut ihrer Familie an, die sich bereits gegen die Bekehrung ihres Mannes Razzaq aufgelehnt hatte.

Razzaq ist Journalist in einer Lokalzeitung. Er und seine Frau wurden zu Hause mit handgefertigten Waffen angegriffen. Sie leben in einem Dorf im Westen Bangladeschs und beide haben sich kürzlich zum Christentum bekehrt.

Morddrohungen

Gegen Mittag am Mittwoch, den 3. April, kam Abdur Rashid, Razzaqs jüngerer Bruder, unangekündigt mit seinen Freunden in sein Haus. Die bewaffneten Männer begannen Razzaq zu schlagen, aber Rahima versucht, sich in den Weg zu stellen. Sie wurde ebenfalls getroffen. Die Nachbarn, alarmiert durch die Hilferufe des Paares, eilten herbei und konnten den Angriff stoppen.

Das Paar erlitt dennoch schwere Verletzungen und wurde in das nächste Krankenhaus gebracht. Rahima und Razzaq mussten drei Tage in Pflege bleiben. Sie wurden mit dem Tod bedroht und reichten keine Beschwerde ein. In den lokalen Medien wurde der Vorfall als einfacher Familienkonflikt gemeldet.

«Fühlen uns nicht mehr sicher»

Razzaq ist der älteste Bruder von drei Geschwistern. Er ist der einzige Gläubige in der Familie und lebt seinen Glauben zusammen mit anderen Christen. Aber er sieht sich seit seiner Bekehrung dem Widerstand seiner Familie gegenüber.

Die Bekehrung seiner Frau erregte weiteren Unmut: Nach dem Tod von Razzaqs Vater machte die Taufe von Rahima am 2. April die Familie noch wütender. Seine engsten Verwandten wollen nun Razzaq enterben und ihm sein Land entziehen.

Das Paar lebt auf dem gleichen Land wie der Rest der Familie: «Wir fühlen uns in diesem Haus nicht mehr sicher.»

Als Verräter betrachtet

Christen mit muslimischem Hintergrund sind die am meisten verfolgten Christen in Bangladesch. Ihre Familien betrachten sie als Verräter und Ungläubige. Radikale islamistische Gruppen üben Druck auf ländliche Gemeinschaften aus, damit sie das Scharia-Recht anwenden, was Christen vor grosse Schwierigkeiten stellt.

Im Jahr 2018 wurden in Bangladesch mindestens 104 Christen wegen ihres Glaubens Opfer von Gewalt.