20.06.2018 /
Indien
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Indien: 15 Christen des Konvertierens beschuldigt

In Indien wenden sieben Staaten das Anti-Bekehrungsgesetz an. In Jharkhand, im Osten des Landes, wurden 15 Christen beschuldigt, Mitmenschen unter Zwang konvertiert zu haben.

In Indien ist der 32-Millionen-Staat Jharkhand einer von sieben Staaten, die ein Anti-Konversionsgesetz verabschiedet haben. Ein Gesetz, das religiöse Minderheiten diskriminiert. In den letzten Wochen wurden 15 Christen dessen Opfer.

Am 29. Mai wurden im Bezirk Simdega in Podkher vier Christen verhaftet. Betroffen sind ein christliches Ehepaar, das Tags darauf, am 30. Mai, heiraten sollte sowie um den Pastor der beiden und dessen Assistentin. Sie wurden verhaftet und basierend auf dem vierten Abschnitt des «Jharkhand Freedom of Religion Act 2017» angeklagt, der die religiöse Bekehrung weg vom Hinduismus unter Strafe stellt. Dies berichtet «Christian Solidarity Worldwide», eine christliche Organisation, die sich für Religionsfreiheit und Menschenrechte einsetzt. Wenn die vier verurteilt werden, wird ihnen eine dreijährige Haftstrafe auferlegt oder eine Busse von 50'000 Rupien (ungefähr 600 Euro).

Elf weitere Christen aus dem benachbarten Bezirk West Singhbum nahmen an einem Gebetstreffen teil. Angeklagt wegen erzwungener Bekehrungen Anfang Mai, wird gegen sie ermittelt. Sie flohen aus Angst vor der Verhaftung.

Anti-Umwandlungsgesetz legalisiert Diskriminierung

Unter dem Namen «Religious Freedom Act», der von den hinduistischen Nationalisten der BJP-Partei inszeniert wurde, schreibt das Anti-Konvertierungsgesetz vor, dass niemand die Religion mit Gewalt, Verführung oder betrügerischen Mitteln wechseln darf. Jede Konvertierung muss den Behörden gemeldet werden. Unter dem Deckmantel der Achtung der Freiheiten zielt dieses sehr restriktive Gesetz eigentlich darauf ab, die Verbreitung des christlichen Glaubens zu verbieten. Eine einfache Beschwerde nach diesem Gesetz reicht aus, um einen Pastor oder einen Christen zu verhaften, der von seinem Glauben öffentlich spricht.

Jharkhand, im Osten Indiens gelegen, wendet seit 2017 dieses Verbot an an. Die anderen Staaten sind Madhya Pradesh, Chhatisgarh, Odisha, Gujarat, Himachal Pradesh und Uttarakhand (letzterer hat das Gesetz im April 2018 verabschiedet).