15.05.2019 /
Indien
/ news

Indien: 216 Akte antichristlicher Verfolgung zwischen Januar und März

Im ersten Quartal 2019 wurden in Indien nicht weniger als 216 Fälle gewalttätiger Verfolgung gegen Christen registriert, wie nun eine Auswertung zeigt.

Von Anfang des Jahres bis März erlitten Christen in Indien mindestens 216 Fälle gewalttätiger Verfolgung. Einige davon sind hier aufgelistet:

  • Zwei Morde an Christen, wegen ihres Glaubens: Bei einem der Morde wurde das Opfer von Naxaliten (einer revolutionären Bewegung) getötet. Im anderen Fall wurde das Opfer mit einem Fahrzeug getötet. Der Fahrer gab zu, bestochen worden zu sein, um diesen Mord zu begehen.
  • Mehr als 45 Fälle von körperlicher Gewalt wurden registriert, wobei die Opfer anschliessend an vorübergehenden oder sogar dauerhaften körperlichen Problemen litten. In den meisten dieser Fälle hätten die erlittenen Verletzungen zum Tod des Opfers führen können, wenn nicht rechtzeitig medizinische Hilfe geleistet worden wäre.
  • In 18 Fällen gab es Störungen und Hindernisse bei der Durchführung von Gottesdiensten, von denen Hunderte von Menschen betroffen waren.
  • In 11 Fällen wurde versucht, Kirchenbesitz zu beschädigen. «Die Zahl der Gottesdienstbesucher ist nach solchen Vorfällen während der Gottesdienste deutlich geringer», sagt einer unserer Partner vor Ort.
  • Es gab mehrere Vorfälle, bei denen Gruppen eine christliche Familie angegriffen haben, die sie in die Öffentlichkeit geschleppt und geschlagen haben. Bei einem dieser Vorfälle kam eine Gruppe aus dem Dorf und schleppte die christliche Familie aus ihrem Haus, schlug sie heftig und brannte dann das Haus nieder.
  • Eine Gruppe von 30 Leuten ging zu einem Kirchenführer und schlug ihn brutal nieder.Die in der Nähe lebende christliche Gemeinde wurde gewarnt, dass im Falle einer Beschwerde alle Häuser niedergebrannt würden.
  • Ein christliches Unternehmen wurde zerstört, indem 500 seiner Bananenpflanzen abgeschnitten und zerstört wurden. Die Bäume auf seinen Feldern wurden zudem von den Behörden in seinem Dorf gefällt.
  • In 12 Fällen wurden Christen von der Polizei wegen falscher Anschuldigungen der Zwangskonvertierung festgenommen.
  • In 37 Fällen von Verfolgung wurden die Opfer aus ihren Häusern vertrieben oder aus ihren Gemeinschaften exkommuniziert, weil die christliche Religion, die sie angenommen hatten, eine Schande für die Gemeinschaft oder Familie war.

Ein lokaler Partner erklärt: «Morddrohungen und offene körperliche Angriffe sind sehr häufig. Früher geschah dies hauptsächlich in Dörfern, aber jetzt, da die Polizeiverwaltung so stark von den an der Macht befindlichen Extremisten beeinflusst wird, wird es in Städten und Dörfern immer häufiger. Christen, die sich dafür entscheiden, über das Christentum – was ihr Grundrecht ist – zu sprechen, sind immer in Gefahr.»