23.07.2021 /
Indien
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Indien: «Ohne eure Hilfe wäre ich tot»

«Ob ich sterbe oder lebe, es ist für den Herrn», sagt Preetha*, eine indische Christin. Sie sagt es nicht leichtfertig – ihre Entscheidung, Jesus zu folgen, hätte sie fast das Leben gekostet. Sie überlebte Verfolgung dank Gottes Hilfe und dank Ihrer Unterstützung. Dies ist ihre Geschichte.

Als Preetha im Krankenhaus aufwacht, spürt sie als Erstes Schmerzen. Es sind Schmerzen im ganzen Körper, am Bein, am Kopf, an der Hand. Sie betrachtet ihre Hand, die kaum noch einer Hand gleicht. Tiefe Schnittwunden zeichnen vier ihrer Finger und ihre Handfläche, überall hat es Blut.

Ihre Augen füllen sich mit Tränen. «Was ist passiert?», fragt sie sich und versucht zu verstehen. Langsam kommt ihr alles wieder in den Sinn. Die betrunkenen Männer. Die Eisenstange.

Ihr Sohn sitzt bei ihr. Auch er weint. «Ich weiss nicht, was wir tun werden», sagt er. «Die Ärzte wollen dich nicht behandeln, weil wir Christen sind. Wo können wir jetzt hin?» Tränen fliessen über Preethas Wangen. «Ich werde sterben», sagt sie zu sich selbst.

Aus Drohungen werden Angriffe

Alles begann einige Stunden vorher, als sie und ihr Mann, Pastor Navin*, zu Vinita*, einer Frau aus ihrer Kirche, gingen, um mit ihr zu beten. Sie waren beim Teetrinken, als eine Gruppe von Männern in das kleine Haus eindrang. 

Alles ging sehr schnell. Der Anführer der Gruppe packte Navin am Hemd und schrie: «Wir wollen eure fremde Religion hier nicht!»

Preetha sah mit Entsetzen, wie einer der Männer Vinitas Baby packte und auf den Boden warf. Sie stürzte auf das Kind zu, doch einer der Männer fasste sie brutal am Arm. Er hielt einen Metallstab und hob ihn über ihren Kopf. Preetha versuchte, den Schlag mit ihrer Hand abzuwehren. Dann brach sie unter den Hieben ihres Angreifers bewusstlos zusammen.

Vinita* setzt sich im Krankenhaus an Preethas* Bettseite mit ihrem Baby auf dem Schoss – Gott sei Dank hat das kleine Mädchen die Tortur ohne ernsthafte Verletzungen überstanden. Vinita scheint nicht so viel Glück gehabt zu haben – an ihrem Kopf und ihren Händen klebt Blut, aber sie ist nicht so schwer verletzt wie ihre Freundin. Für Preetha besteht kein Zweifel: «Wenn die Partner von Open Doors uns nicht geholfen hätten und uns alle schnell in ein Krankenhaus gebracht hätten, das bereit war, uns zu behandeln, wäre ich gestorben.»

Leider ist der Angriff auf Preetha und ihre Familie kein Einzelfall. Allein im letzten Jahr wurden Hunderte von Gläubigen in Indien wegen ihres Glaubens körperlich angegriffen. 

Ihre Geschichte zeigt auch, dass die Diskriminierung gegen die Christen in diesem Land genauso tödlich sein kann wie die Angriffe, denen sie allzu oft ausgesetzt sind. Tatsächlich hätte das Pflegepersonal eines indischen öffentlichen Krankenhauses Preetha eher sterben lassen, als sie zu behandeln, nur weil sie Christin ist. 

Ihre Gebete und Ihre Unterstützung ermöglichen es den lokalen Partnern von Open Doors, verfolgten Christen wie Preetha lebenswichtige praktische und geistliche Unterstützung zu geben. Sie helfen ihnen nicht nur zu überleben, sondern zeigen ihnen auch, dass sie nicht vergessen sind, weder von ihrer weltweiten christlichen Familie noch von Gott.

Preetha sagt abschliessend: «Ich möchte mich bedanken, nicht nur bei Gott, sondern auch bei seinem Volk, das uns geholfen hat. Ich bin unendlich dankbar.»

* Decknamen