30.07.2019 /
Indien
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Indien: Prominente engagieren sich für Minderheiten

In Indien schrieben 49 Prominente an Premierminister Narendra Modi und baten ihn, Massnahmen gegen Intoleranz, Lynchjustiz und religiöse Verfolgung von Minderheiten zu ergreifen.

In Indien richteten sich 49 Prominente, vorwiegend aus der Welt von Kultur und Kunst, mit einem Aufruf an Premierminister Narendra Modi. Sie verurteilten in ihrem Schreiben die Verfolgung von Minderheiten in ihrem Land und forderten ihn auf, Massnahmen zu ergreifen.

Ihr offener Brief, der am 24. Juli von der Zeitung «India Today» - eine der meistgelesenen Zeitungen Indiens - veröffentlicht wurde, hat bereits Reaktionen ausgelöst. Gegen die 49 Unterzeichner wurde eine Beschwerde eingereicht. Einer der 49 Unterzeichner, der Schauspieler Kaushik Sen, erhielt einen Drohanruf.

Wachsende Zahl von Angriffen auf Minderheiten

Die Verfasser des offenen Briefes belegen mit Zahlen die Zunahme der Straflosigkeit bei solchen Übergriffen und verurteilen diese aufs heftigste. Indem sie darauf hinweisen, dass während die Zahl der Angriffe auf Minderheiten steigt, die Zahl der Verurteilungen von Tätern zurückgegangen ist.

  • Im Jahr 2016 wurden 840 Gewalttaten gegen die Dalits («Unberührbare») verübt.
  • Zwischen dem 1. Januar 2009 und dem 29. Oktober 2018 wurden 254 Hassverbrechen religiöser Natur verübt und mindestens 91 Menschen wurden aus religiösen Gründen getötet und 579 verletzt.

Deutliche Zunahme

90 Prozent dieser Angriffe wurden nach Mai 2014 gemeldet, als die Regierung der BJP (Hinduistische Nationalistische Partei) die Macht im ganzen Land übernahm.

Diese Zahlen sind zwar deutlich niedriger als die Zahlen von Open Doors, wo die Ereignisse lückenloser erfasst werden, aber die Tatsache, dass es Prominente waren, die sich mit der Sache identifiziert haben, könnte einen positiven Einfluss auf die Politik der Regierung gegenüber indischen Minderheiten haben.