01.12.2017 /
Irak
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Irak: Zurück in der Schule

Im August kehrte Noehs Familie in ihre Heimat Karamleles in der Ninive-Ebene zurück. Die Kinder der Rückkehrer besuchen nun wieder die Schule in ihrem Heimatdorf.

Drei Jahre lang hatten Noeh und seine Familie als Flüchtlinge vor dem IS in der kurdischen Stadt Erbil gelebt – als eine der ersten Familien gingen sie zurück nach Karamles und bauen nun mit anderen Familien und der lokalen Kirche den grösstenteils christlichen Ort wieder auf.

Das Haus der Familie war bei ihrer Rückkehr vollständig ausgebrannt. Deshalb lebt Noeh mit seinen Eltern und seinen drei Geschwistern im Haus seiner Tante. Seit Oktober haben auch die Schulen der Region wieder geöffnet – obwohl akuter Mangel an Lehrern herrscht. Einige haben das Land während des Krieges verlassen, andere sind in den Ruhestand gegangen. So müssen Noeh und seine Klassenkameraden in einigen Fächern von anderen Fachlehrern unterrichtet werden.

Deswegen gibt es derzeit auch noch keinen festen Stundenplan. «An manchen Tagen kommt Noeh schon um 11 Uhr nach Hause», sagt seine Mutter Almas, «an anderen erst um halb eins.» Doch der Schulbeginn ist ein Schritt in den Alltag, nicht nur für die Familie, sondern für die ganze Gesellschaft in der Region. Die Schule in Karamles sieht bereits viel besser aus als beimersten Besuch unserer Partner vor Ort im vergangenen August. Das Gebäude wurde gestrichen und die zerstörten Fenster wurden ersetzt.

Noeh macht sich trotz der noch immer schwierigen Situation gut in der Schule: «Noeh ist ein kluger Schüler. Er bekommt sehr gute Noten in seinen Tests. Ich bin sehr froh darüber und danke Gott», sagt Almas.