02.06.2019 /
Iran
/ news

Iran: Assyrische Kirche von der Polizei geschlossen

Im Iran wurde Anfang Mai eine assyrisch-presbyterianische Kirche in Tabriz von der Polizei geschlossen. Das Kreuz auf dem Kirchturm wurde entfernt.

Das Symbol ist stark: Der Glockenturm der assyrisch-presbyterianischen Kirche von Tabriz im Iran hat kein Kreuz mehr. Es wurde am 9. Mai entfernt. Die Kirche wurde geschlossen.

Eine erhebliche Anzahl von Geheimdienstmitarbeitern hat die jahrhundertealte Kirche, die ebenfalls zum nationalen Erbe gehört, buchstäblich gestürmt. Sie wechselten alle Schlösser, rissen das Kreuz vom Kirchturm und befahlen dem Kirchenwächter, zu gehen. Sie installierten auch Überwachungsinstrumente und schlossen die Kirche. Eine Quelle, die aus Sicherheitsgründen anonym blieb, berichtet: «Sie haben deutlich gemacht, dass das assyrische Volk dort nicht mehr anbeten darf.»

Kein Einzelfall

Im vergangenen Dezember, wenige Tage nach Weihnachten, wurden Pastoren anderer Kirchen daran gehindert, in diese Kirche in Tabriz zu kommen, um dort mit der assyrischen und armenischen christlichen Gemeinschaft gemeinsam anzubeten.

Die zur assyrischen Gemeinschaft gehörende Kirche war 2011 durch Beschluss des iranischen Revolutionsgerichts beschlagnahmt worden, aber bisher konnten Kirchenmitglieder das Gebäude weiterhin für den Gottesdienst in assyrischer Sprache nutzen.

Laut Mansour Borji, Direktor der Menschenrechtler von «Artikel 18»: «Viele protestantische Kirchen wurden im Iran konfisziert. Sie bleiben meist leer, werden oft vernachlässigt und verwandeln sich in Ruinen, bevor sie zerstört werden.»

Christen in den assyrischen und armenischen historischen Gemeinschaften des Iran sind eine anerkannte Minderheit, die ihren Glauben in der Regel frei ausüben können. Es ist ihnen jedoch verboten, Iraner persischer Herkunft aufzunehmen und Gottesdienste in Farsi (der Landessprache des Iran) abzuhalten.