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Nachrichten Iran | 17 Juni 2026

Iran: Behörden ermitteln gegen drei Frauen

 

 
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Die Festnahme von Bahar Sahraian, das Verschwinden von Mary Mohammadi und die Inhaftierung von Ghazal Marzban veranschaulichen den Druck, der auf Christen im Iran ausgeübt wird.

Monate nach den Demonstrationen und den Verlusten vieler Menschenleben lebt das iranische Volk weiterhin in Angst, Unsicherheit und zunehmender Not. Die Stimmung ist nach wie vor von politischen Spannungen und der Erinnerung an die Explosionen geprägt.

Bahar Sahraian, eine Anwältin im Visier der Behörden
Während die Lebenshaltungskosten stetig steigen, ist die Angst, vom Regime ins Visier genommen zu werden, nach wie vor sehr präsent. Dies ist kürzlich Bahar Sahraian widerfahren, die in der Stadt Schiraz festgenommen wurde.

Bahar Sahraian ist eine angesehene Rechtsanwältin, die sich insbesondere für iranische Christen, politische Gefangene und Angehörige religiöser Minderheiten einsetzt, denen im iranischen Justizsystem oft kein wirklicher Schutz zuteilwird. Seit Jahren setzt sie sich für verfolgte Christen und andere schutzbedürftige Menschen ein. Diese Stimme wurde nun durch die Verschärfung des iranischen Regimes vorübergehend zum Schweigen gebracht.

Nach ihrer Festnahme wurde Bahar Sahraian in das Gefängnis von Adelabad verlegt, eine Anstalt, die für Einschüchterungen, Misshandlungen und die Unterdrückung von Oppositionellen berüchtigt ist. Die dort herrschenden Haftbedingungen geben Anlass zu grosser Sorge um ihre Sicherheit und die der anderen dort inhaftierten politischen Gefangenen.

Mary Mohammadi – spurlos verschwunden
Vielleicht erinnern Sie sich an Mary Mohammadi. Vor fünf Jahren hatte Open Doors dazu aufgerufen, für diese Journalistin und Menschenrechtsaktivistin zu beten.

Mary, die einen muslimischen Hintergrund besitzt, wurde im Alter von 19 Jahren nach ihrer Konversion zum Christentum zum ersten Mal verhaftet. Sie war von November 2017 bis Mai 2018 im Evin-Gefängnis inhaftiert und wurde 2020 erneut verhaftet, woraufhin sie weitere Monate in Haft verbrachte.

Auch in diesem Jahr soll Mary von den Behörden festgenommen worden sein. Laut Amnesty International wurde sie im Februar auf einer Reise von Teheran nach Ahvaz Opfer eines «gewaltsamen Verschwindens». Zu diesem Zeitpunkt stand sie noch in Kontakt mit ihrer Familie. Doch am 26. Februar brachen ihre Nachrichten plötzlich ab.

Seit ihrem Verschwinden weigern sich die Behörden, ihren Aufenthaltsort preiszugeben. Amnesty International berichtet, dass sie zunächst in Ahvaz inhaftiert war, bevor sie Anfang April an einen unbekannten Ort verlegt wurde.

Leider sind solche Situationen im Iran keine Seltenheit, ebenso wenig wie die Weigerung der Behörden, Informationen preiszugeben. Menschen, die sich für die Rechte von Christen und anderen Minderheiten einsetzen, werden oft ins Visier genommen, wenn sie die Ungerechtigkeiten der iranischen Regierung anprangern.

Mary Mohammadi gehört zu den engagiertesten Oppositionellen, die sich für Christen einsetzen. Im Jahr 2023 wurde ihr in Bonn (Deutschland) der Saint-Étienne-Preis für verfolgte Christen verliehen, in Anerkennung ihres «aussergewöhnlichen Mutes» und ihrer «aussergewöhnlichen Selbstlosigkeit».

Bis zu zehn Jahre Haft für Ghazal Marzban
Ghazal Marzban, eine Christin mit muslimischem Hintergrund, die im Evin-Gefängnis inhaftiert ist, wurde wegen «Propaganda gegen das Regime» und «Versammlung und Verschwörung gegen das Regime» zu neun Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

Im Januar wurde ihre Wohnung durchsucht. Ihre Bibeln und christlichen Bücher wurden beschlagnahmt. Anschliessend wurde sie in eine Haftanstalt gebracht, wo sie langen Verhören ausgesetzt war. Ghazal wurde daraufhin gezwungen zu gestehen, dass die bei ihr gefundenen Dokumente der Evangelisation dienten, obwohl sie zuvor versichert hatte, sie seien für ihren persönlichen Gebrauch bestimmt gewesen.

Seit dem 25. Mai befindet sich Ghazal im Hungerstreik, um gegen die Vorwürfe zu protestieren, die gegen sie erhoben wurden. Menschenrechtsaktivisten sind zunehmend besorgt, da sich ihr Gesundheitszustand weiter verschlechtert.

Ghazals Situation ist bereits besorgniserregend, doch die Folgen reichen noch weiter: Ihr Ehemann leidet an Parkinson und hat Schwierigkeiten, seine Medikamente zu beschaffen.
Gläubige sind immer stärker gefährdet

Diese Ereignisse verstärken die Angst der christlichen Gemeinschaft im Iran noch weiter: Sowohl diejenigen, die sich für sie einsetzen, als auch diejenigen, die sich dafür entscheiden, Christus nachzufolgen, laufen Gefahr, zum Schweigen gebracht und bestraft zu werden. Angesichts der verstärkten Überwachung durch die Behörden sind Gläubige weiterhin besonders von Verhaftungen und Verfolgung bedroht.


Bild: Bahar Sahraian, Mary Mohammadi, Ghazal Marzban (© Article 18)

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