11.03.2021 /
Iran
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Iran: Ist Ebrahim Firouzi bald frei?

Ebrahim Firouzi, der wegen "Blasphemie und Propaganda gegen die islamische Republik zugunsten feindlicher Gruppen" im Gefängnis sitzt, wurde zugesichert, dass er am 20. Februar freigelassen werden würde – Iranische Kirchen fordern nun, dass den Versprechen auch Taten folgen.

Der Vereinigte Rat der Kirchen im Iran reagiert darauf, um sicherzustellen, dass dieser Ankündigung nun auch Taten folgen.  

Am 22. Februar forderte der Rat der Vereinten Kirchen im Iran die sofortige und bedingungslose Freilassung von Herrn Firouzi und ein Ende der andauernden Schikanen: «Das Geheimdienstministerium der Islamischen Republik hat nicht aufgehört, Ebrahim Firouzi zu schikanieren. Durch die Erhebung neuer Anklagen und die Beschlagnahmung seines Eigentums hat sie sein Leben im Exil in Rask unmenschlicher und schwieriger gemacht», so der Rat in einer Erklärung.

In Erwartung einer baldigen Freigabe

Nach Angaben der NGO «Article 18» wurde Ebrahim von zwei Geheimdienstlern besucht. Sie versicherten ihm, dass sein Fall geprüft werde, dass die Anklagen gegen ihn fallen gelassen würden und dass er am 20. Februar freigelassen werden würde. Aber er bleibt bis heute im Gefängnis.

Die neue Beschuldigung lautet «Blasphemie und Propaganda gegen die Islamische Republik zugunsten feindlicher Gruppen».

Im Hungerstreik

Am 13. Februar begann er einen unbefristeten Hungerstreik, um gegen diese neuen Anschuldigungen zu protestieren und seine erneute Inhaftierung anzuprangern. Auf das Versprechen seiner baldigen Freilassung hin, willigte er ein, wieder zu essen. Er wurde in das etwa 650 Kilometer entfernte Gefängnis von Zahedan verlegt. Dort wartet er auf seine versprochene Freilassung.

Exil-Verdikt: Bis Oktober 2022

Aber selbst wenn er frei ist, bleibt ihm voraussichtlich bis Oktober 2022 eine Exilstrafe auferlegt. Ebrahim ist kein Einzelfall: «Er steht stellvertretend für die vielen iranischen Christen, die wegen ihres Glaubens ungerecht behandelt werden», sagt Mansour Borji, Advocacy Director von «Article 18». «Einige, wie Nasser Navard Gol-Tapeh, Yousef Nadarkhani und Saheb Fadaei, sind schon seit Jahren hinter Gittern.»