21.05.2021 /
Iran
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Iran: Jesus war bei meiner Verhaftung anwesend!

Taher* bekannte sich nach der wundersamen Heilung seiner Tochter zum christlichen Glauben. Als ehemaliger Muslim wusste er, dass sein Entscheid, Jesus nachzufolgen, auf die Probe gestellt würde. Die Prüfung liess nicht lange auf sich warten.

Eines Morgens erhält Taher einen dringenden Anruf an seinem Arbeitsplatz in einer Textilfabrik. Eine tiefe, unbekannte Stimme befiehlt ihm: «Du musst sofort nach Hause gehen!» Es ist die Geheimpolizei. Sie ruft von seinem Haus aus an.

Donya *, seine Frau, ist an diesem Morgen zu Hause und öffnet den Polizisten die Tür. «Der Mann sagte, er sei der Briefträger. Als ich die Tür öffnete, stellte er seinen Fuss in die Türöffnung, sodass ich sie nicht mehr schliessen konnte», erinnert sie sich. Die Geheimpolizei dringt in das Haus ein, beschimpft Donya, versammelt ihre beiden Töchter Farah* und Arezoo* im Wohnzimmer. Die Polizisten kehren Tische um, durchsuchen Schubladen und durchwühlen die Wohnung nach Beweisen für ihren christlichen Glauben.   

Als Taher ankommt, legen ihm die Behörden Handschellen an und verbinden ihm die Augen. Er muss in ein Auto steigen. «In diesem Moment fühlte ich Jesus an meiner Seite», sagt Taher.  

Das Verhör  

Taher wird ins Gefängnis gebracht. Die Geheimpolizei verhört ihn eine Woche lang unerbittlich, stundenlang, nachts und tagsüber zu verschiedenen Zeiten. «Wenn du andere Christen triffst, was tut ihr da? Wie heissen sie? Für wen arbeitet ihr?», bedrängen sie ihn.

Aber Taher weigert sich, die Namen der anderen Christen preiszugeben. Also führen sie ihn in einen Zellenblock mit Mördern, Verbrechern und gefährlichen Kriminellen. Und sie fragen ihn: «Willst du deine Kinder hierherschicken? Hierher zu diesen Häftlingen? Hier werden sie enden. Du musst kooperieren und uns die Namen nennen, und zwar sofort!»

Taher weiss, dass es nicht in seinen Händen liegt, was mit seiner Familie geschehen wird. Sein grösster Wunsch als Vater ist es, sie zu beschützen. Was für ein Test für seinen Glauben! Aber er hält dem Druck stand und verrät keinen einzigen Namen von anderen Christen. 

Anhaltende Verfolgung

Der Geheimdienst lässt Taher schliesslich gegen Kaution frei. Monate später verkündet der Richter sein Urteil: «Frei unter der Bedingung, nicht mehr zu evangelisieren». Trotz der Drohungen bleibt Taher der Berufung treu, die er von Gott erhalten hat. Nach seiner Freilassung nimmt er seinen Dienst wieder auf und verkündet weiter das Wort Gottes in seinem Umfeld. 

Schliesslich  wird die Situation für Taher und seine Familie zu gefährlich im Iran. Der Geheimdienst überschattet sie ständig, Taher findet keine Arbeit mehr und die anhaltenden Schikanen sind eine riesige Belastung. 

Flucht aus dem Iran   

Taher, Donya, Farah und Arezoo finden Zuflucht in der Türkei. Aber sie lieben ihr Land immer noch und hoffen, eines Tages zurückzukehren, wenn es Gott ermöglicht.    

Taher hat seinen Verhörern vergeben. Er ist auch nicht verbittert über seine Haft oder die Art, wie er vom Geheimdienst behandelt wurde. «Diese Zeit mit Jesus im Gefängnis, das war die echte Freiheit», erklärt er mutig.

Auf die Frage, ob es das wert sei ─ all ihren Besitz, ihr Haus, ihre Arbeit, Freunde und Familie zu verlieren und ihr Land verlassen zu müssen ─, antwortet Donya: «Jesus ist alles wert und meiner Meinung nach haben wir noch nicht den Preis bezahlt», den die Nachfolge Jesus kosten kann.

* Decknamen