30.07.2018 /
Iran
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Iran: Pastor gewaltsam in eigenem Haus verhaftet

Am Sonntag vor einer Woche wurde Youcef Nadarkhani, ein Pastor in Rascht, von der iranischen Polizei gewaltsam in seinem Haus verhaftet.

Youcef Nadarkhani wusste, dass er wieder ins Gefängnis gehen würde, aber er erwartete keine so gewaltsame Verhaftung. Er ist Pastor in Rascht, der Hauptstadt der nordiranischen Provinz Gilan. Die City mit 640'000 Einwohnern liegt nahe am Kaspischen Meer.

Nadarkhani dachte, er würde eine Vorladung erhalten, um seine 10-jährige Haftstrafe abzusitzen, die im vergangenen Sommer von den iranischen Gerichten angeordnet wurde. Nun wurde er am 22. Juli in seinem Haus gewaltsam verhaftet.

Die übertriebene Gewalt der iranischen Behörden

Am Sonntag vor einer Woche, am frühen Morgen, drängten sich Polizisten in Zivil in das Haus des Pastors. Sein Sohn Danial öffnete die Tür, rief seinen Vater auf Forderung der Offiziere und wurde dann mit einem Elektroschocker ruhiggestellt. Obschon er sich nicht gewehrt hatte. Sein Vater erlitt die gleiche Behandlung und wurde von der Polizei zudem geschlagen.

Scot Bower von «Christian Solidary Worldwide» verurteilte «die übertriebene Gewalt der iranischen Behörden und insbesondere die ungerechtfertigte Gewalt gegen den Sohn des Pastors.»

Heute wird der Pfarrer im berüchtigten Evin-Gefängnis eingesperrt. Die Haftbedingungen sind unzureichend. Er konnte seine Familie am 23. Juli anrufen.

Verurteilt zu zehn Jahren Gefängnis im Jahr 2017

Im Juli letzten Jahres wurden Youcef Nadarkhani, Yasser Mossayebzadeh, Saheb Fadaie und Mohammad Reza Omidi wegen «Verhaltens gegen die nationale Sicherheit» verurteilt. Nach Angaben der Behörden «förderten sie das zionistische Christentum», indem sie «Hauskirchen» führten.

Während der Pastor diesen gewalttätigen Überfall am Sonntag vor einer Woche in seinem Haus erlitten hat, warten die drei anderen Mitglieder seiner Gemeinde immer noch auf ihre Vorladung. Am 14. Dezember 2017 legten sie erfolglos Berufung beim Revolutionsgericht ein.

Noch eine weitere Verhaftung

Youcef Nadarkhani wurde in den letzten Jahren bereits mehrfach verhaftet und inhaftiert. Fast drei Jahre lang im Lakan-Gefängnis in Rascht wegen Abfall vom Islam eingesperrt, wurde er fast zum Tode verurteilt, bevor er 2012 freigelassen wurde.

In der Islamischen Republik Iran beträgt die Höchststrafe für die Anklage wegen Verletzung der nationalen Sicherheit sechs Jahre Gefängnis. Christen werden auch oft ohne Begründung angeklagt, wie im Falle der Familie Bet Tamraz. Im Jahr 2017 wurden mindestens 52 Christen wegen ihres Glaubens verhaftet.