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Pressemeldungen Iran | 26 März 2026

Iran: Zwischen Herausforderung und Hoffnung – Christen unter Beschuss

 

 
Show: true / Country: Iran / Iran
Ende Februar rauschte es durch den Blätterwald. Das religiöse Staatsoberhaupt Ali Khamenei war tot. Trotz dieses Umstands unterdrückt die geschwächte, aber immer noch intakte Regierung der Islamischen Republik Iran ihr Volk weiter, um die Macht zu erhalten. Die Christen, die 1 % der Bevölkerung ausmachen, setzen wie schon vor dem Krieg ihre Hoffnung auf Gott, während sie vom Regime in großer Zahl verhaftet und inhaftiert wurden.
„Der Lärm der Bomben ist sehr laut; wir hören sie deutlich und ununterbrochen. Auch wenn wir wissen, dass die Raketen nicht auf Zivilisten abzielen, haben wir Angst, getroffen und verletzt zu werden." Dies sind die Worte eines iranischen Christen, die er uns in einem kurzen Telefongespräch anvertraut hat.

Isolation zu Hause und das Ende des Schweigens

Derzeit vermeiden es die Christen, sich zu versammeln, aus Angst vor einer Welle von Verhaftungen und neuen Inhaftierungen. Die Tage der Staatstrauer haben zudem viele Menschen daran gehindert, zur Arbeit zu gehen. Diejenigen, die in den bombardierten Gebieten leben, bleiben zu Hause.   

Für viele Christen im Iran hat es oberste Priorität, dass sie regelmäßig Nachrichten von ihren Angehörigen und Familien bekommen, die über das ganze Land verstreut sind: „Was für eine Erleichterung, nach neun Tagen des Schweigens endlich die Stimmen unserer Schwestern und Brüder [in Christus] zu hören“, berichtet ein Partner, dem es kürzlich gelungen ist, kurze Telefongespräche mit mehreren Menschen im Iran zu führen. „Sie sind in Sicherheit.“

Die Hoffnung auf einen tiefgreifenden Wandel

Unter der iranischen Bevölkerung herrscht aktuell eine Einheit, die von Hoffnung getragen wird. „Auch wenn dies mit Kummer und Leid einhergeht, sehen wir, wie der Boden unserer Nation umgegraben wird. Wir sind auch dankbar für die Einheit und den Geist des Mitgefühls und der Solidarität, die unter der Bevölkerung herrschen“, sagt ein iranischer Christ, „in Regionen, in denen jahrelang versucht wurde zu Spaltung zu erzeugen, werden heute bestimmte Aspekte unserer Kultur wiederhergestellt.“  

Gemeinden in großer Not

Gleichzeitig verschärfen sich die wirtschaftlichen Schwierigkeiten im gesamten Iran und treffen auch diejenigen Gemeinschaften, denen die Kirche dient, besonders hart. Viele Familien hatten bereits vor der Eskalation des Konflikts mit Inflation und Armut zu kämpfen. Die Gläubigen reagierten auf diese Not, indem sie lebensnotwendige Güter wie Lebensmittel und medizinische Hilfe bereitstellten. Die Lage hat sich jedoch verschlimmert, und viele Menschen haben ihre Lebensgrundlage verloren. Die Kirche teilt weiterhin Liebe und Hoffnung durch praktische Hilfe, doch auch die Not wird immer grösser.

Fahnenflucht im Evin-Gefängnis

Im Evin-Gefängnis in der Hauptstadt Teheran ist die Situation derzeit chaotisch und kritisch. Berichten zufolge haben Wärter Teile des Evin-Gefängnisses verlassen. Dort sind derzeit mehrere christliche Gefangene inhaftiert. Die Ressourcen sind knapp. Einem inhaftierten Christen gelang es, eine Nachricht zu übermitteln, wonach sie mit derzeit mit Brot und Wasser überleben.

Der Tod von Ali Khamenei markiert einen Wendepunkt für die Christen

„Der Tod von Ayatollah Ali Khamenei markiert einen wichtigen und denkwürdigen Wendepunkt in der Geschichte des Iran. Als iranischer Christ kann ich nicht darüber hinwegsehen, dass die Kirche im Iran unter Khameneis Herrschaft jahrzehntelang unter intensivem Druck stand und mit Einschränkungen, Überwachung, Verhaftungen und der ständigen Last der Ungewissheit konfrontiert war. Viele Gläubige mussten schweres Leid ertragen, nur weil sie Christus nachgefolgt sind. Doch selbst in der Not blieb die Kirche widerstandsfähig, treu und tief in der Hoffnung verwurzelt. In diesem Moment geht es nicht um Rache oder Triumph, sondern um die Möglichkeit eines Neuanfangs. Eine Zukunft, in der Gewissensfreiheit, Würde und Gerechtigkeit allen Iranern zuteilwerden, unabhängig von ihrem Glauben oder ihrer Herkunft. Ich bete dafür, dass dieser Wendepunkt den Weg für Frieden, Versöhnung und echte Freiheit für unsere Nation ebnet“, so die Einschätzung eines Partners von Open Doors, mit Fokus auf den Iran.

2025: Das Jahr, in dem doppelt so viele Christen festgenommen wurden

Der Iran belegt Platz 10 im Weltverfolgungsindex 2026 von Open Doors. Im vergangenen Monat veröffentlichte Open Doors in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen einen Bericht über die Lage der Christen im Iran. Dieser hat vor dem starken Anstieg der Verhaftungen von Christen im Jahr 2025 gewarnt. Auch wenn diese Sorge mit dem Ausbruch des Krieges in den Hintergrund getreten ist, unterstreicht sie doch die kontinuierliche Härte des Irans gegenüber Christen, die vom Islam konvertiert sind. 

Im vergangenen Jahr wurden im Iran fast doppelt so viele Christen wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit ihrem Glauben oder ihren religiösen Aktivitäten verhaftet, als noch im Jahr 2024. Dies ist eine der Schlussfolgerungen von „Scapegoats“ („Sündenböcke“), einem Bericht, der die Menschenrechtsverletzungen gegenüber Christen im Iran zusammenfasst. Er wurde im letzten Monat veröffentlicht und ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen den Organisationen Open Doors, Article 18, CSW und Middle East Concern.

Immer mehr Christen werden wegen ihres Glaubens verhaftet. Ausserdem gab es noch andere negative Trends:
  • Im Jahr 2025 verbüssten mehr als doppelt so viele Christen Haftstrafen, wurden verbannt oder mussten Zwangsarbeit leisten (57), als dies noch Jahr 2024 der Fall war (25).
  • Ein klarer Trend zu härteren Strafen. Obwohl im vergangenen Jahr nur 73 Christen verurteilt wurden, gegenüber 96 im Jahr 2024, lag die kumulierte Gesamtlänge der Strafen (280 Jahre) über der von 2024 (263 Jahre). Darüber hinaus wurden im Jahr 2025 mindestens 11 Christen zu Haftstrafen von 10 Jahren oder mehr verurteilt.
  • Das Korps der Islamischen Revolutionsgarden beteiligt sich immer mehr an der Verhaftung von Christen, verfolgt bestimmte Personen, die an der Verteilung von Bibeln beteiligt sind; und ist auch involviert bei schweren Misshandlungen christlicher Häftlinge.

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