07.12.2021 /
Laos
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Laos: Wegen ihres Glaubens aus dem Dorf vertrieben

In Laos stossen Christen aller Stämme wegen ihres Glaubens auf Feindseligkeit seitens der Dorfbehörden.

Im Norden von Laos werden Christen immer noch wegen ihres Glaubens verachtet und verfolgt, was zu dauerhaften Traumata führt.
Mitte Juli 2021 wurden im Norden von Laos innerhalb des Akha-Stammes 13 Christen – es handelt sich um zwei Familien und zwei Jugendliche – aus ihrem Dorf vertrieben.  Man hatte sie gewarnt, dass ihr Eigentum zerstört und sie vertrieben würden, wenn sie ihrem Glauben nicht abschwören würden.

Vertrieben und mittellos

Die Christen weigerten sich jedoch, sich zu fügen, und die Dorfbehörden setzten ihre Drohung in die Tat um. Die Provinzpolizei, die versuchte, zugunsten der Gläubigen einzugreifen, konnte nichts tun. Nun mieteten sie eine Wohnung im Zentrum einer Kleinstadt. Als die Stadtverwaltung jedoch erfuhr, dass die Mieter Christen waren, bestrafte sie den Eigentümer der Wohnung: Ihm wurden zusätzliche Steuern auferlegt, die er auf die Miete umlegte. Dies ist eine weitere Schwierigkeit für diese mittellosen Christen. Trotz der materiellen Hilfe, die sie von einer örtlichen Kirche erhalten, brauchen sie eine stabile Einkommensquelle, um über die Runden zu kommen.

Zwei weitere Fälle im Jahr 2020

Bereits im Jahr 2020 hatten andere Christen das gleiche Schicksal erlitten. Im September wurden San vom Stamm der Lue, seine Frau und ihr zehnjähriger Sohn aus ihrem Dorf vertrieben. Sie mussten in einer kleinen Hütte inmitten eines Reisfeldes Zuflucht finden. San plante, an einem anderen Ort ein geeigneteres Haus für seine Familie zu bauen. Doch der Leiter eines Nachbardorfes riet ihm zu warten und versprach ihm, dass er mit den Behörden verhandeln würde, damit sie in ihr Heimatdorf zurückkehren könnten. Seitdem leben San und seine Familie in Wartestellung.
Im Mai 2020 wurden zwei Hmong-Familien (rund zehn Personen) vertrieben und gezwungen, am Strassenrand in notdürftig errichteten Unterkünften aus Segeltuch zu leben. Dort war es tagsüber sehr heiss und nachts sehr kalt. Sie hatten nur sehr wenig Nahrung und Wasser, keinen Strom, keine Toiletten und so weiter. Ein Jahr später liessen sich diese beiden Familien in einem Dorf nieder, das ausschliesslich von Christen bewohnt wurde, die ebenfalls aus ihrem Dorf vertrieben worden waren. Die örtliche Kirche lieh ihnen Geld, damit sie ein neues Leben beginnen konnten.

«Traurige Realität»

Kuamsouk (Name geändert), einer unserer lokalen Partner, kommentiert: «Es ist eine traurige Realität für diese 26 Gläubigen, dass viele Menschen im Norden von Laos die Christen immer noch verachten und nicht davor zurückschrecken, sie wegen ihres Glaubens an Jesus aus ihren Häusern zu vertreiben.» Und weiter hält er fest: «Viele dieser Gläubigen kämpfen immer noch mit der Tatsache, dass sie vor die Tür gesetzt wurden, aber sie bleiben weiterhin standhaft in ihrem Glauben. Sie wünschen sich auch, dass die Menschen auf der ganzen Welt sie ermutigen und für sie beten.»