30.12.2021 /
Mexiko
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Mexiko: Wegen ihres Glaubens aus dem Dorf vertrieben

In Mexiko wurden Lucio Jimenez und seine Familie aus dem Dorf vertrieben, weil sie sich geweigert hatten, ein katholisches Fest mitzufinanzieren. Ein Mob raubte Eigentümer dieser Familie – auch zwei Monate nach den Ereignissen wartet die Familie noch auf Gerechtigkeit.

In einigen mexikanischen Bundesstaaten werden protestantische evangelikale Christen stark diskriminiert. Dies geschieht, weil sie nicht an den katholischen religiösen Festen in ihrem Dorf teilnehmen möchten. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, dass sie sich von den kollektiven finanziellen Anstrengungen, die für die Organisation dieser Feste erbracht werden, distanzieren.
Im mexikanischen Bundesstaat Hidalgo gehören Lucio Jimenez, seine Frau Rufina und ihre Familie zu diesen verfolgten Christen. Sie wollten die von den Behörden in ihrem Dorf Huacaxlitla organisierten religiösen Feste nicht finanzieren. Ihre Weigerung führte zum Zorn ihrer Mitbürger und dazu, dass sie aus dem Dorf vertrieben wurden.

Haus verwüstet und geplündert

Am Morgen des 19. Oktober führten die örtlichen Behörden die Dorfbewohner vor das Haus der Jimenez. Die Menge war wütend und schrie. Rufina war mit den Kindern allein und fürchtete um ihre Sicherheit. Auf Anweisung des Dorfvorstehers begannen die Randalierer, Stromkabel herauszureißen und die Trink- und Abwasserleitungen aufzureißen. Die Stärksten drangen in das Haus ein. Sie warfen das gesamte Hab und Gut der Familie aus den Fenstern: Möbel, Kleidung, Computer und weitere Gegenstände. Die Angreifer nahmen das, was sie brauchten, und warfen den Rest in den Müll.
Ziel war es, ein Exempel zu statuieren und jeden im Dorf davon abzuhalten, seine Religion zu wechseln.
Die Familie reichte eine Beschwerde beim Bundesstaat Hidalgo ein, der versprach, einzugreifen. Fast zwei Monate später wartet sie immer noch darauf.

Ein Jahr lang belästigt

Die Familie Jimenez lebte in einem überwiegend katholischen Dorf. Bevor sie von dort vertrieben wurde, war sie ein Jahr lang schikaniert worden. Im April war sie von der Liste der Personen gestrichen worden, die berechtigt sind, der Gesellschaft Dienste zu leisten. Dies ist in der lokalen Kultur ein Zeichen von Respektabilität. Danach hatte sie Drohungen und Druck aller Art über sich ergehen lassen müssen, um sie dazu zu bringen, zum Katholizismus zurückzukehren. Und vor allem, sich an der Finanzierung von Festen zu beteiligen, die von den indigenen Führern des Dorfes organisiert wurden.