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Nachrichten Naher Osten | 07 April 2026

Naher Osten: Glaube und Hoffnung nach ereignisreichen Ostern

 

 
Show: true / Country: Naher Osten /
Obwohl die Feierlichkeiten zu Palmsonntag und Ostern in mehreren Ländern des Nahen Ostens eingeschränkt oder abgesagt wurden, bezeugen die christlichen Gemeinschaften auch angesichts von Verfolgung und Gewalt weiterhin einen tiefen Glauben und eine lebendige Hoffnung. Dieser Rückblick beleuchtet ihren Mut und ihre Widerstandsfähigkeit in dieser schwierigen Zeit.
Die Osterzeit ist oft eine Zeit, in der die Kirche in Regionen der Welt, in denen Christen verfolgt werden, mit erhöhten Risiken und der Möglichkeit von Gewalt konfrontiert ist.

Zahlreiche Feierlichkeiten zum Palmsonntag wurden im Nahen Osten aufgrund der drohenden Verfolgung und der Spannungen in der Region abgesagt.

Sechs junge Christen in Syrien festgenommen

In Syrien wurden Christen am Freitag, dem 27. März, in der Stadt al-Suqaylabiyya Opfer von Gewalt. Die Unruhen begannen, nachdem zwei junge Männer aus einem Nachbardorf eine junge Christin belästigt hatten.

Als junge Christen eingriffen, um sie zu verteidigen, kam es zu einer Schlägerei, die schnell eskalierte. Eine Gruppe von etwa hundert Personen verwüstete daraufhin Geschäfte, beschädigte Autos und beschimpfte die Christen.

Aus Angst um ihre Sicherheit versteckten sich die Familien in ihren Häusern und beteten um Schutz. Stundenlang kam keine Hilfe von den Sicherheitskräften. Erst als Verstärkung eintraf, kehrte wieder Ruhe ein.

Sechs Christen wurden festgenommen, während keiner der Angreifer, die das Dorf überfallen hatten, in Gewahrsam genommen wurde. Den Vertretern der Kirche – die inzwischen Kontakt zu lokalen muslimischen Führern aufgenommen haben, um den Frieden in der Gemeinde wiederherzustellen – wurde von den Sicherheitskräften versichert, dass diese jungen Männer in Kürze freigelassen würden.

Bei einem weiteren Vorfall wurden christliche Gräber im Dorf al-Rawda in der Provinz Tartus verwüstet: Von einigen Grabsteinen wurden Kreuze abgerissen. Angesichts der Gefahr von Angriffen und der Zweifel an der Fähigkeit der Behörden, für ihren Schutz zu sorgen, wurden mehrere öffentliche Feierlichkeiten zum Palmsonntag abgesagt.

Osterfeierlichkeiten im Irak abgesagt

Auch im Norden des Irak waren Tausende von Christen betrübt, nachdem eine grosse Feier zum Palmsonntag abgesagt worden war. Zu dieser Feier gehört üblicherweise eine Prozession hinter einem Kreuz, begleitet von Fahnen, Gesängen, traditioneller Kleidung und Gebeten.

Dieser Moment, der für die Christen im Irak – wie auch für Christen weltweit – von grosser Bedeutung ist, wäre eine Gelegenheit gewesen, Gemeinschaft zu erleben, neue Kraft zu schöpfen und sich auf die Hoffnung der Auferstehung Jesu zu besinnen. Doch aufgrund der Spannungen in der Region und aus Solidarität mit den Christen im Iran trafen die Gemeindeleiter die schwere Entscheidung, die Feier abzusagen.

Diese Entscheidung wurde als «pastorale Verantwortung» dargestellt. Die Kirchen wurden dazu ermutigt, «das Fest im Geiste des Glaubens, des Gebets und der brüderlichen Solidarität zu begehen und auf allzu sichtbare Freudenbekundungen und Feierlichkeiten zu verzichten, aus Solidarität mit den Leidenden und den von den Schrecken des Krieges Betroffenen sowie zur Wahrung der Sicherheit aller», erklärte Benedictus Younan, der Bischof von Mossul. Diese Empfehlung galt für alle Versammlungen während der Osterzeit. 

«Dieses Jahr fühle ich mich traurig, entmutigt und enttäuscht, weil wir nicht so feiern können, wie wir es sonst tun», so eine irakische Christin, die damit die Stimmung vieler Iraker und anderer Gläubiger im Nahen Osten zum Ausdruck brachte, die normalerweise den Osterfeiertagen mit Vorfreude entgegensahen. Ähnliche Einschränkungen betrafen Gläubige in den meisten Ländern der Region.

Eine Hoffnung, die stärker ist als die Finsternis für die iranischen Christen

Während ihr Land im Ungewissen ist, klammern sich die Christen im Iran an die Hoffnung von Ostern. Moussa (Pseudonym), ein iranischer Gemeindeleiter und Partner von Open Doors, vertraute uns kürzlich an: «Selbst im Schatten des Krieges schenkt Gott Leben. Selbst in der Vertreibung schenkt Gott seine Gegenwart. Selbst in der Trauer lässt Gott die Hoffnung auf die Auferstehung entstehen.»

Das ist das Paradoxon, das die Iraner rund um Ostern erleben: Sie weinen, und doch freuen sie sich. Sie erinnern sich an den Schmerz, und doch verkünden sie die Hoffnung. Sie sehen die Finsternis, und doch wissen sie, dass das Grab leer ist.
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