Open Doors Schweiz
Hand, Gottesdienst in Dhaka, Bangladesch

3 minuten

BesinnungBangladesch

Sich auf Verfolgung vorbereiten?

Unsere Organisation bildet verfolgte Christen darin aus, als «Kirche im Gegenwind» der Verfolgung standzuhalten. Hier ein Beispiel dafür, was diese drei- bis viertägigen Kurse für Christen in Bangladesch bewirkt haben. Auch in der Schweiz ist es möglich, eine auf unseren Kontext zugeschnittene Version dieser Kurse zu besuchen.

Pastor Anando Mondal (45) von der presbyterianischen Kirche in Baghadanga (Chuadanga) wurde als Hindu geboren. Er erlebte 1997 zum ersten Mal Verfolgung, als er sich bekehrte und ein Nachfolger von Jesus wurde. Er wurde von seiner eigenen Familie, seinen Verwandten und seiner Gemeinschaft abgelehnt und verfolgt. Seine Familie verweigerte ihm das Erbe seiner verstorbenen Eltern.

Eines Nachts umzingelte eine Gruppe von Extremisten sein Haus, während er und seine Familie darin schliefen. Sie schütteten Benzin um das Haus. Dann zündeten sie ein Feuer an und das Benzin entzündete sich. Seine Nachbarn sahen, wie das Feuer auf das Haus übergriff, und schrien laut auf. Durch die Schreie wurde Anando geweckt.

«Gott rettete uns an diesem Tag durch unsere Nachbarn. Ohne seinen Schutz wären meine Familie und ich gestorben.»

Lernen, standhaft zu bleiben

Unzählige Menschen kämpfen wie Pastor Anando jeden Tag gegen die Verfolgung.

Deshalb organisiert Open Doors in Partnerschaft mit den örtlichen Kirchen Seminare mit dem Titel «Kirche im Gegenwind» («Standing Strong through the Storm», SSTS). Dabei handelt es sich um ein drei- bis viertägiges Seminar, das Christen helfen soll, die biblische Sicht auf Verfolgung und den Umgang mit ihr zu verstehen. Die Schulung deckt auch ihre von der Verfassung garantierten Grundrechte ab.

«Nachdem ich an einem SSTS-Seminar teilgenommen hatte, habe ich neuen Mut gefasst», sagt Habibur*, der von seiner Familie von zu Hause vertrieben wurde, als er sich entschied, Jesus nachzufolgen.

Heilung finden und vergeben

«Ich habe gelernt, dass Kämpfe und Verfolgung kommen werden. Ich muss weiterhin auf Gott vertrauen, dann wird er mich retten. Ich empfinde keine Bitterkeit mehr über die Vergangenheit. Ich bete für meine Familie. Ich habe die Hoffnung, dass sie sich ändern werden und ich eines Tages wieder bei meinen Eltern leben kann», fügt der junge Christ aus Bangladesch hinzu.

Die Lektionen der SSTS-Schulung helfen einigen Gläubigen auch, ihren Verfolgern zu vergeben. Alomgir (30) berichtet: «Ich wurde von meiner Familie, meinen Nachbarn und meiner Gemeinschaft körperlich, wirtschaftlich, sozial und psychisch verfolgt. Ich war so aufgewühlt. Aber nach dem Seminar konnte ich ihnen allen vergeben. Bitte betet für mich, dass ich trotz aller Schwierigkeiten, die ich durchmache, meinen Glauben an Jesus bewahren kann, sogar bis zu meinem Tod.»

Was Pastor Anando betrifft, so wird sein Glaubensweg zwar weiterhin steinig bleiben, aber er schöpft heute Trost aus der Tatsache, dass er weiss, wie er mit Verfolgung umgehen kann. «Der christliche Glaube ist ein Kampf, nicht gegen Personen, sondern gegen den Teufel und geistliche Mächte. Die Schulung hat mir geholfen zu verstehen, wie ich gegen Verfolgung kämpfen kann, indem ich die vollständige Rüstung Gottes trage, von der in Epheser 6 die Rede ist.»