Nachrichten Sudan | 29 Oktober 2020

Sudan: Acht christliche Leiter freigesprochen

Acht Leiter der sudanesischen Kirche Christi wurden im August 2017 verhaftet, nachdem sie sich geweigert hatten, Kircheneigentum und Verwaltungskontrolle an einen illegal eingesetzten Regierungsausschuss abzutreten. Dieses Vorgehen war Teil der Kampagne gegen die Christen des ehemaligen Präsidenten Omar al-Bashir, der im April 2019 abgesetzt wurde. Am 23. Oktober 2020 wurden diese Kirchenführer für nicht schuldig befunden. Ein weiteres Zeichen für die politische Öffnung des Sudan und die Absicht der neuen Regierung, die Religionsfreiheit wiederherzustellen.

 

 
Show: true / Country: Sudan / Sudan

Ein sudanesisches Gericht hat acht christliche Leiter freigesprochen, die der illegalen Besetzung ihrer Kirchengebäude beschuldigt waren.

Die acht Leiter der Sudanesischen Kirche Christi (ESC), darunter ihr Präsident Ayub Telyan, wurden im August 2017 verhaftet, nachdem sie sich geweigert hatten, Kircheneigentum und -verwaltung an illegal eingesetzte Regierungsbeamte abzutreten.

Im August 2018 wurden die Gemeindeleiter vorerst freigesprochen. Doch ihr Fall spitzte sich im Oktober 2019 zu, als der sudanesische Oberste Gerichtshof gegen sie ein Strafverfahren wegen «unbefugten Betretens und illegalen Besitzes von ESC-Grundeigentum» einleitete.

Diese gerichtlichen Einschüchterungsversuche zogen die Beschlagnahmung dieser Kirchengebäude nach sich und folgten der Logik einer Kampagne, welche die Regierung des ehemaligen Präsidenten Omar al-Bashir gegen die Christen geführt hatte. Im Rahmen dieser Kampagne wurden Kirchen zerstört und ihre Leiter verhaftet und strafrechtlich verfolgt. Präsident Omar al-Bashir wurde jedoch im April 2019 unter dem Druck eines Volksaufstandes abgesetzt und eine Übergangsregierung wurde ernannt.

Am 23. Oktober wurden die acht Gemeindeleiter nach einem Gerichtsverfahren, das drei lange Jahre gedauert hatte, vor dem Strafgericht in Omdurman, nahe der Hauptstadt Khartum, für nicht schuldig erklärt. Ein weiteres Zeichen für die politische Öffnung des Sudan und die Absicht der neuen Regierung, die Religionsfreiheit wiederherzustellen.

Die neue Regierung scheint zu zeigen, dass sie die vom vorherigen Regime begangenen Verletzungen der Religionsfreiheit beseitigen will:

  • Im September kündigte die Regierung ihre Absicht an, den Islam als Staatsreligion aufzuheben. 
  • Im August wurden die mutmasslichen Täter einer Brandstiftung in einer Kirche der ESC in Khartum strafrechtlich verfolgt. Sie werden sich vor Gericht verantworten müssen. Es ist das erste Mal, dass im Sudan jemand vor Gericht angeklagt wird, ein Kirchengebäude in Brand gesteckt oder beschädigt zu haben.

Die verfolgten Christen im Sudan sehen, dass eine Änderung im Gange zu sein scheint und freuen sich über diese positive Wendung. Sie bitten uns aber, weiterhin für ihre Glaubensgeschwister muslimischer Herkunft zu beten, welche starken Widerstand seitens ihrer Familien erleben. Die Denkweisen ändern sich weniger schnell als die Reformen.


 

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