Drei Jahre nach Beginn des Kriegs zwischen den Rapid Support Forces (RSF) und den Sudanese Armed Forces (SAF) sind bis zu 400’000 Menschen dem verheerenden Konflikt zum Opfer gefallen. Teile von Darfur sowie Städte wie Khartum liegen in Trümmern. Doch selbst inmitten dieser Dunkelheit wirkt Gott weiter.
Der anhaltende Bürgerkrieg und seine Folgen sind möglicherweise die schlimmste Vertreibungskrise weltweit: Mehr als 11 Millionen Menschen sind vertrieben worden, und über 4 Millionen sind in den Tschad, nach Äthiopien und in den Südsudan geflohen.
«Vor unseren Augen spielt sich die grösste humanitäre Katastrophe unserer Zeit ab», sagte die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock anlässlich des Jahrestags des Kriegsausbruchs im Jahr 2025.
Anfang 2026 erklärte der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs vor dem UN-Sicherheitsrat, dass «sich die Gräueltaten in der sudanesischen Region Darfur im Rahmen einer organisierten Gewaltkampagne, die Massenhinrichtungen, Vergewaltigungen und ethnisch motivierte Übergriffe umfasst, von Stadt zu Stadt ausbreiten und als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu werten sind».
Und es ist noch kein Ende in Sicht.
Bereit, Gottes Wort zu verkünden
Doch Gott wirkt selbst in der Dunkelheit. Wir sprachen mit Pastor Tariq*, einem erfahrenen Pastor, der vor dem Krieg eine grosse Gemeinde in Khartum leitete.
«Wir haben dabei geholfen, neue Leiter und Pastoren heranzubilden, damit sie Gottes Auftrag in diesem Land weiterführen können», sagt er. Ein Grossteil dieser Arbeit ist nun zum Erliegen gekommen, doch er engagiert sich weiterhin für Jüngerschaft und die Ausbildung von Pastoren.
Viele Sudanesen sind nach Ägypten, Äthiopien, in den Südsudan und nach Uganda geflohen. Auch wenn sie dort sicherer sind, stehen die vertriebenen Christen vor neuen Herausforderungen. Rund 1,6 Millionen Menschen sind kürzlich nach Khartum zurückgekehrt. Die UNO berichtet, dass die humanitäre Lage weiterhin dramatisch ist, mit «explodierenden» Bedürfnissen und einem erheblichen Mangel an internationaler Unterstützung.
«Wir können nicht einfach untätig herumsitzen und nichts tun wegen des Krieges», sagt Tariq.
«Wo auch immer wir hingehen und sind, wir sind bereit, das Wort Gottes mit ganz unterschiedlichen Menschen an unterschiedlichen Orten zu teilen», sagt Tariq, der mit Flüchtlingen in Camps in seiner Nähe arbeitet. Diese Gemeinschaften kämpfen täglich um Nahrung, sauberes Wasser und Unterkunft. Unter ihnen befinden sich auch Gläubige mit muslimischem Hintergrund, die Jüngerschaftstraining brauchen.
«Ich versuche, mit allem, was ich habe, zu helfen, denn die Menschen brauchen uns», sagt er.
«Wir sind dazu berufen, den Menschen zu dienen, dem Volk Gottes, der sudanesischen Bevölkerung – überall und mit allen Mitteln. Genau das tun wir und werden wir auch weiterhin tun.»
Rafat Samir, wichtiger sudanesischer Gemeindeleiter, sagt, die Unsicherheit sei die grösste Herausforderung für Christen. «Der Kriegsschauplatz verlagert sich jeden Tag an neue Orte. Auch die Kriegsgebiete breiten sich aus.» In Khartum versuchen einige der islamischen Regierung treue Gruppen, Kircheneigentum zu beschlagnahmen. Gläubige sind von Arbeitslosigkeit betroffen und stehen in manchen Fällen unter Druck, sich bewaffneten Gruppen anzuschliessen.
Samir sagt, die Christen «leiden unter der Not, die auf dem Land lastet». Viele sind aus Regionen wie Kordofan geflohen und kämpfen nun im Norden ums Überleben, wo Arbeitsplätze rar sind und der Druck durch bewaffnete Gruppen anhält. Viele, die nicht durch Kugeln ums Leben kamen, sind an Mangel an Nahrung, Medikamenten und Zugang zu medizinischer Versorgung gestorben, die, sofern überhaupt verfügbar, oft unbezahlbar ist.
Aufgrund des Krieges können die Kirchen nicht normal funktionieren. Obwohl Christen nicht gezielt angegriffen werden, sind sie oft die letzten, die humanitäre Hilfe erhalten.
Ihre Grosszügigkeit bringt neue Hoffnung
Dank Ihrer Gebete und Ihrer Unterstützung konnten die lokalen Partner von Open Doors den Menschen Mut machen und sie mit Nothilfe versorgen. Bis Ende 2025 erhielten mehr als 1300 Familien in ganz Sudan Hilfspakete. Die Hilfe ging an die Bedürftigsten, unter anderem Witwen, Menschen mit Behinderung, Haushalte, die von Kindern geführt werden, und Pastoren in Not.
«Wir sind zutiefst dankbar, dass ihr uns in dieser schrecklichen Zeit zur Seite steht», sagt einer unserer Partner. «Eure Grosszügigkeit hat nicht nur praktische Nöte gelindert, sondern auch unseren Glauben gestärkt, Hoffnung geweckt und vielen Gläubigen gezeigt, dass sie nicht allein sind.»
Beten wir für:
- Ein Ende des Krieges und dafür, dass die humanitäre Hilfe ausreicht und dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
- Für die Gemeindeleiter, dass Gott ihnen Wege sowie Weisheit und Mut schenkt, um den Menschen in ihrer Umgebung zu dienen.
- Für Christen, die unter Druck stehen, sich bewaffneten Gruppen oder Milizen anzuschliessen, dass sie standhaft bleiben und ihre Freiheit im Glauben bewahren können.