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Nachrichten Indien | 23 Juni 2026

Indien: Tausende fordern Rückkehr von Stammeschristen zum ursprünglichen Glauben

 

 
Show: true / Country: Indien / Indien
Am 20. Juni versammelten sich im Dorf Bharanda (Bundesstaat Chhattisgarh) Tausende Menschen, um die Rückbekehrung von Christen indigener Stammesgemeinschaften zu fordern – im Rahmen des sogenannten «Ghar Wapsi», eines Rituals, das «Rückkehr nach Hause» bedeutet. Obwohl die Demonstrationen weitgehend friedlich verliefen, wurden drei christliche Familien aus dem Dorf ausgeschlossen.
Dorfbewohner und Stammesvertreter versammelten sich auf einem Marktplatz, bevor sie durch die Strassen zogen. Sie prangerten das an, was sie als religiöse Konversionsversuche betrachten, und warfen bestimmten Personen vor, ihren Glauben, ihre Kultur und ihre Traditionen zu untergraben. Zahlreiche Frauen nahmen an der Demonstration teil, zu der sich auch Bewohner der umliegenden Dörfer gesellten. Dies zeugt von der Einheit und dem Engagement der Gemeinschaft in Fragen von Glauben und Kultur.

Lokalen Medienberichten zufolge betonten die Demonstranten, dass ihr Dorf nicht nur ein Wohnort sei, sondern auch ein Symbol für Kultur, Kulturerbe und die Würde der Stammesvölker. Sie bekräftigten, dass es keine Kompromisse geben könne, wenn es um den Glauben, die Traditionen und die Identität der Stammesvölker gehe. Mit dieser friedlichen Demonstration hat die Gemeinschaft ihre Einheit und ihren Willen zur Bewahrung ihrer kulturellen Werte unterstrichen.

Aarav*, ein lokaler Partner von Open Doors, erklärt: 

«Die Demonstration im Dorf Bharanda verlief vergleichsweise weniger gewalttätig als die vorherigen. Bei ähnlichen Kundgebungen waren Extremisten manchmal mit Stöcken, Metallstangen oder Macheten bewaffnet, um Christen oder Kirchen anzugreifen. Diesmal kam es nicht zu solchen Szenen. Die Demonstranten skandierten Parolen für den Schutz der Stammeskultur und des Stammesglaubens sowie gegen religiöse Konversionen.»

Gewaltsam aus ihrem Zuhause vertrieben

Die Polizei versuchte, während der gesamten Demonstration die Ordnung aufrechtzuerhalten. Am Abend danach erhielten unsere Partner vor Ort jedoch Informationen, denen zufolge Extremisten eine alleinerziehende Mutter und ihre Kinder gewaltsam aus dem Dorf Bharanda vertrieben hätten. Am nächsten Tag sollen auch zwei weitere Familien aufgrund ihres Glaubens aus ihren Häusern vertrieben worden sein. Nach Angaben unserer Partner sorgt die Polizei derzeit für ihren Schutz. 

«Bitte betet für Schutz, Kraft und die materiellen Bedürfnisse dieser vertriebenen Gläubigen. Betet auch für ihre körperlichen und seelischen Bedürfnisse und dafür, dass die Behörden die notwendigen Massnahmen ergreifen, um sie zu schützen und ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen», bittet Aarav.

Ein Memorandum, das die Religionsfreiheit untergräbt

Im Anschluss an die Demonstration überreichten die Führer der Stammesgemeinschaft dem Gouverneur und dem Ministerpräsidenten von Chhattisgarh ein Memorandum. Dieses offizielle Dokument, in dem eine Partei ihre Forderungen gegenüber einer zuständigen Behörde darlegt, setzt die staatlichen Behörden in dieser Region angesichts des zunehmenden Drucks gegen die christlichen Gemeinschaften vor Ort unter Druck. Die Unterzeichner fordern darin eine Untersuchung der Vorwürfe bezüglich religiöser Konversionen sowie strenge strafrechtliche Massnahmen gegen jeden Pastor oder Verantwortlichen, der für schuldig befunden wird. Damit steht im Grunde die Freiheit, den eigenen Glauben auszuüben und weiterzugeben, auf dem Spiel. Die Stammesvertreter kritisieren zudem die Untätigkeit der Behörden angesichts der bereits eingereichten Beschwerden und üben damit zusätzlichen Druck auf die Verwaltung aus, Stellung zu beziehen. Für den Fall, dass nichts unternommen wird, drohen sie mit einer Verschärfung ihrer Mobilisierung, was eine anhaltende Bedrohung für die Gläubigen in der Region darstellt.

*Name aus Sicherheitsgründen geändert


Bildunterschrift: Demonstranten, die bei der Kundgebung am 20. Juni im Bundesstaat Chhattisgarh gegen erzwungene Religionswechsel protestierten.
 

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