25.05.2018 /
Sudan
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Südsudan: Zehn Christen bei Übergriff auf ECC ermordet

Ein Angriff von Regierungstruppen auf eine christliche Schule am 14. Mai forderte zehn Menschenleben, darunter fünf Schüler.

Am vergangenen 14. Mai wurde das «Emmanuel Christian College» (ECC) in Goli, im Bezirk Yei, angegriffen. Es kostete drei Wachen das Leben, sowie einem Gymnasiasten und vier Grundschulkindern. Auch ein Vater und sein Sohn, die im Zentrum Zuflucht gesucht hatten, kamen beim Angriff ums Leben. Die Angreifer (Regierungssoldaten) vergewaltigten die 14-jährige Tochter eines Mitarbeiters. Die Büros, Bibliothek, Klassenzimmer und Personalhäuser wurden beschädigt und geplündert. Dieser Übergriff hinterlässt tief traumatisierte Menschen, vor allem die Lehrer, die den Mord an ihren Schülern mit ansehen mussten. Der Gouverneur der Region hat eine Untersuchung angeordnet. Nach wie vor herrscht in diesem von der Regierungsarmee und den Oppositionskräften umkämpften Gebiet Anarchie.

Nach dieser Tragödie erklärte der Regionaldirektor von Open Doors: «Es erfüllt uns mit grosser Traurigkeit, dass unschuldige Menschen, einschliesslich Kinder, in einer christlichen Institution angegriffen wurden. Wir bekunden allen Angehörigen der Opfer unser Beileid und unser tiefstes Mitgefühl, aber auch der Jugendlichen, die vergewaltigt wurde, sowie den Zeugen der Gewalt und Plünderungen. Wir rufen die Christen weltweit auf, für die Mitarbeiter des Zentrums und für die Kirche im Südsudan zu beten. Wir appellieren auch an die internationale Gemeinschaft, sich für ein Ende der Feindseligkeiten im Südsudan einzusetzen. Schliesslich fordern wir die Regierung auf, die Täter vor Gericht zu bringen.»   

Das ECC wurde 2001 von Open Doors in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche des Sudan errichtet. Die Schule, die für ihren ausgezeichneten Unterricht bekannt ist, bietet einen theologischen Ausbildungsgang an, der die Pastoren auf den Dienst in christlichen Gemeinden vorbereitet. Seit der Abspaltung des Südsudan vom Sudan im Jahr 2011 hat Open Doors seine Aktivitäten im Südsudan verringert, und das ECC ist der Evangelischen Kirche des Sudan vor Ort übertragen worden. Der Bürgerkrieg und die wachsende Unsicherheit haben den Schulbetrieb mehrmals unterbrochen und die Direktion gezwungen, bestimmte Lehrgänge in die Stadt Yei zu verlegen. Aber die Mitarbeiter sind grössenteils vor Ort geblieben.